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Blind Guardian im Interview (Juli 2010)

Von nichts kommt nichts

Cover der aktuellen Single "A Voice In The Dark"

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The-Pit.de: Ich kenne das selbst nur zu gut. Obwohl ich erst 27 bin, ging’s bei mir auch schon vor ein paar Jahren los und da habe ich dann auch gesagt: „Geht gar nicht, die müssen ab!“

Marcus: Klar, ist dann ja auch kein Beinbruch. Ich bin halt noch in der glücklichen Lage – ich habe Haare und dementsprechend sind sie auch noch lang, weil ich das einfach mag, aber wenn ich morgen eine Platte bekäme, würde ich sie auch abschneiden. Nur weil ich jetzt Gitarrist in einer Metalband bin, muss ich jetzt nicht zwangsläufig lange Haare haben, das geht glaube ich auch mit kurzen Haaren.


The-Pit.de: Das ist wohl richtig. – Früher hat Hansi bekanntermaßen auch Bass gespielt, bis ihm das ja irgendwann zu viel wurde mit der Doppelbelastung, und seitdem macht das ja immer Oliver Holzwarth. Wieso ist der eigentlich nie fester Bassist geworden, sondern ist immer noch Session-Bassist?

Marcus: Es gibt für uns keinen Grund, etwas am Line-up zu ändern. Olli ist ein immer gern gesehener Gast, wenn es um Bass-Aktivitäten geht, dasselbe gilt für Mi (Michael Schüren – Anm. d. Verf.), unseren Live-Keyboarder, aber wir hatten nie die Absicht, den Olli oder wen auch immer als festen Bassisten in die Band zu nehmen, oder auch einen Keyboarder in die Band zu nehmen, wir funktionieren zu viert wunderbar, und wie gesagt, da wollen wir auch gar nichts dran ändern. Ich wüsste nicht, warum jetzt noch jemand fest in die Band dazukommen sollte. Olli weiß, um jetzt bei ihm als Beispiel zu bleiben, dass er immer willkommen ist, es funktioniert bis jetzt immer hervorragend mit den Terminplanungen, und er kann abseits seiner Tätigkeit für uns, also wenn wir gerade nicht im Studio oder unterwegs auf Tour sind, tun und lassen, was er will, er hatte ja bis – wann haben sie sich aufgelöst, letztes oder vorletztes Jahr? (2008 – Anm. d. Verf.) – mit Sieges Even seine eigene Band gehabt, er war jetzt mit Tarja unterwegs, von daher funktioniert das für uns wunderbar, wie auch für die beiden Gastmusiker, und es gab auch nie Anfragen, so nach dem Motto: „Jetzt will ich aber fest in die Band einsteigen!“ – Das ist die Situation und wir fühlen uns alle sehr wohl so.


The-Pit.de: Okay, alles klar, dann kommen wir nun mal zum neuen Album. Ich denke, bei „A Twist In The Myth“ habt ihr den Bombast im Gegensatz zu „A Night At The Opera“, das ich übrigens für das beste bisher halte, so überraschend diese Meinung auch sein mag, wieder etwas heruntergeschraubt, und jetzt bei „At The Edge Of Time“ habt ihr ja sogar Orchester und alles mögliche am Start. Also ich würde das so einschätzen, dass das neue Album sozusagen ein Schritt vor und einer zurück ist. Es gibt einige Songs, die könnten auch auf „A Night At The Opera“ stehen, andere auch auf älteren Platten – wie siehst du das?

Marcus: Sehe ich im Prinzip ähnlich, ich denke, wir haben uns in beide Richtungen fortbewegt, wenn man’s so sehen will. Auf der neuen Scheibe sind definitiv Stücke, die es ohne „A Night At The Opera“ und „A Twist In The Myth“ heute in der Form nicht gegeben hätte, also da erkennt man, welchen Weg wir einschlagen wollten und auch eingeschlagen haben. Es sind aber auf der anderen Seite, wie du schon gesagt hast, auch Nummern dabei, die auch auf „Somewhere Far Beyond“, „Imaginations...“ oder auch „Tales...“ draufgepasst hätten, sprich unsere Wurzeln sind wieder deutlicher zum Vorschein getreten mit sehr harten, schnellen und aggressiven Nummern. Die Platte stellt für mich eigentlich so den Konsens dar aus allem, was Blind Guardian bislang ausgemacht hat und repräsentiert uns damit so gut wie keine andere Platte zuvor.


The-Pit.de: Früher gab’s ja immer mal Verzögerungen mit den Album-Releases, diesmal seid ihr endlich pünktlich fertig geworden. Wolltet ihr endlich mal in Ruhe Fußball-WM gucken?

Marcus: Ne, bei uns ist es ja mittlerweile Standard, dass wir immer eine Platte rausbringen, wenn Fußball-WM ist; normalerweise sind wir, während die WM läuft, schon auf Tour. Da haben wir diesmal das Timing irgendwie nicht ganz hingekriegt, also diesmal waren wir zu Hause und konnten da die WM gucken, aber es ist tatsächlich das erste Mal in der Geschichte von Blind Guardian, dass während der Produktion nicht alles schief gegangen ist, was schief gehen konnte: Es sind keine Computer explodiert, es sind keine Verstärker abgebrannt und Festplatten gelöscht worden oder was auch immer, sondern es lief alles vollkommen glatt und stressfrei, und dadurch konnten wir das erste Mal in der Geschichte eine Deadline einhalten; ein völlig neues Gefühl, aber es gefällt mir (lacht). 

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