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Blind Guardian im Interview (Juli 2010)

Von nichts kommt nichts

Das Cover der neuen Langrille "At The Edge of Time"

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Premiere für Blind Guardian: Das neunte Studioalbum „At The Edge Of Time“ ist tatsächlich das erste, das planmäßig fertig wurde. Erstaunlich, dass der Termin ausgerechnet bei dieser Scheibe einhalten konnte, denn das Krefelder Quartett betrieb in Arrangement-technischer Hinsicht einen Aufwand wie noch nie zuvor: Unter anderem ist sogar ein 90-köpfiges Orchester auf der Platte zu hören. Bei einer solch spektakulären Produktion will man natürlich mehr erfahren und so vereinbarten wir ein telefonisches Interview mit Gitarrist Marcus Siepen, der uns nicht nur Fragen zu „At The Edge Of Time“ beantwortete.


The-Pit.de: Hi Marcus, erst mal danke, dass du dir die Zeit genommen hast.

Marcus: Ja, gern geschehen, kein Problem.


The-Pit.de: Wie geht’s denn so?

Marcus: Hervorragend. Ein bisschen warm ist es, aber sonst wunderbar.


The-Pit.de: Na gut, dann fangen wir auch gleich an. Bevor wir zum aktuellen Album kommen, wollte ich gerne erst mal ein bisschen in der Vergangenheit wühlen. Daher zunächst mal: Wie kam es eigentlich, dass du mit Gitarre spielen angefangen hast, und wie bist du zur Band gestoßen?

Marcus: Gitarre spielen, das war bei mir im Alter von zehn oder elf, da wollten meine Eltern, dass der Sohn ein Instrument lernt, also eben musikalische Früherziehung. Im Prinzip hatte ich die freie Wahl, aber es kamen Vorschläge: meine Mutter wollte, dass ich Klavier oder Klarinette lerne, da hatte ich allerdings gar keinen Bock drauf. Da das bei mir aber in der Zeit mit Musikbegeisterung losging, habe ich mich dann für Gitarre entschieden und dann wirklich fünf Jahre ganz klassische Grundausbildung genossen, sprich klassische Konzertgitarre gelernt. Ich habe dann aber zu dem Zeitpunkt schon viel Metal gehört und irgendwann beschlossen, die Konzertgitarre in die Ecke zu stellen. Ich hab mir eine Flying V gekauft (lacht) und bin dann zur E-Gitarre gewechselt. Seitdem bin ich eben immer aktiv gewesen, hatte so mit 15, 16 meine ersten Bands und bin dann, wann war das... (überlegt) ’86 bei Lucifer’s Heritage eingestiegen, also dem Blind Guardian-Vorgänger. Wir hatten uns damals einen Proberaum geteilt, also meine alte Band, wir hatten einen Proberaum und die anderen hatten ihren gerade verloren und da haben wir gesagt: „Kommt doch bei uns mit rein.“ Tja, und irgendwann bin ich dann halt gewechselt. Sie hatten gerade ihren Gitarristen verloren und André hat mich gefragt, ob ich nicht Bock hätte, mal Session zu machen und so kam dann der Wechsel und seitdem sind wir konstant im Line-up.


The-Pit.de: War denn von Anfang an klar, dass er mehr oder weniger alle Leads spielt und du fast ausschließlich Rhythmusgitarre?

Marcus: Ich muss sagen, das ist für mich wunderbar, weil das eher mein Ding ist – ich bin mehr Rhythmusgitarrist. Wobei ich ja auch Soli spiele, es sind auch einige Stücke dabei, wo ich mal Solo spiele, bzw. ich spiele ja sehr viel die Harmoniegeschichten, wenn Double-Leads da sind, und das reicht mir eigentlich. Ich bin nicht der Typ, der den ganzen Tag irgendwelche Soli spielen muss, ich fühle mich mit Rhythmusgitarre viel viel wohler, zumal mein Haupteinfluss auch Tony Iommi von Black Sabbath ist, der ja auch mehr durch seine Riffs als durch seine Soli bekannt geworden ist. Das ist eher meine Baustelle und André fühlt sich mit seinen Soli auch wohl und so ergänzt sich das alles wunderbar.


The-Pit.de: Ist ja bei AC/DC auch so ähnlich.

Marcus: Eben, Angus spielt die Soli und Malcolm ist für den Rhythmus zuständig und ich glaube, da würde Malcolm auch nicht auf die Idee kommen zu sagen: „Hey, jetzt will ich aber auch mal.“ Da hat halt jeder sein Ding und so lange das funktioniert, gibt’s auch keinen Grund, da etwas dran zu schrauben.


The-Pit.de: Klar. Habt ihr euch eigentlich schon an Hansi mit kurzen Haaren gewöhnt?

Marcus (lacht): Ja. Ich habe da auch von vornerein überhaupt keinen Stress mit gehabt.


The-Pit.de: Das ist ja wohl klar!

Marcus: Wenn Haare da sind, kann man sie wachsen lassen, aber wenn irgendwann nicht mehr so viel Haare da sind, finde ich das persönlich irgendwann albern, wenn du dann irgendwelche langen Flusen am Kopf hängen hast, die einfach nur noch scheiße aussehen - und wenn man dann gezwungen ist, den ganzen Tag eine Mütze zu tragen, um irgendwelche Löcher zu verbergen, dann finde ich das auch albern. Dann sollte man einfach dazu stehen und die abschneiden und das hat Hansi dann gemacht, was meiner Meinung nach besser aussieht als irgendein Katastrophen-Möchtegern-Langhaar-Schnitt, der nicht mehr funktioniert.

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