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Björn Gooßes (Killustrations) im Interview (Dezember 2012)

„Ich habe das Bild in meinem Kopf, ich arbeite darauf hin und es stört mich dann natürlich nicht, wenn das Bild im Zwischenstatus total scheiße aussieht“

Björn und ein Teil seiner Galerie

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Killustrations bedeutet nicht nur schnöde Bilder, vielmehr steht der völlig geerdete Typ dahinter mitten im Hard’n’Heavy-Szeneleben und liefert wie so ganz nebenbei einmalig herrliche Bilder ab. Wer aber ist er? Ein Versuch, „uns“ Björn etwas näher zu bringen.

The-Pit.de: Hi Björn, du hast dir für Killustrations den schönen Slogan „Happy designs for happy people“ ausgesucht, dabei strahlen deine Bilder das so nicht immer aus. Wie kamst du zu deinem Spruch?

Björn: Das ist natürlich immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Einige meiner Arbeiten haben ja durchaus einen ironischen Touch, was ich gerne auch öfters mal bei extremeren Metalartworks machen würde. Mir fehlt manchmal ein bisschen der Humor, wobei jetzt nicht die alberne Schiene gemeint ist, aber ich glaube, dass man viele düstere Sachen noch ein bisschen makaberer wirken lassen kann, wenn sie halt ein bisschen schwarzen Humor haben. So ist zum Beispiel ein Gefühl wie Schadenfreude eines der menschlichsten, aber auch fiesesten Gefühle, letztendlich ist es ja auch Humor, aber meistens in einer nicht humorvollen Situation, und genauso würde ich es gerne auch viel öfters mal in einer graphischen Schiene machen. Durch den ironischen Aspekt kam ich halt auf diesen Slogan, aber ich wechsle den auch ab und zu, wirklich fest ist da nur der Name Killustrations und mein Logo, das Auge mit den gekreuzten Knochen. Ich hab da noch eine handvoll Slogans in der Schublade, die werde ich dann irgendwann zu gegebener Zeit mal heraus holen, aber „Happy designs for happy people“ ist halt schön eingängig, das passt soweit ganz gut.

The-Pit.de: Du sagst ja, dass du gerne mehr Humor einbauen würdest. Kommen denn die Bands auf dich mit konkreten Ideen zu oder inwieweit bestimmst du den Kurs?

Björn: Das hängt immer vom Einzelfall ab, das kann man so nicht pauschalisieren, aber natürlich ist es unabdingbar, dass ich ein gewisses Maß an freier Hand habe. Ich bin halt kein Auftragsgraphiker, sondern ein selbstständiger Graphiker oder, wenn man so will, ein „eigenständiger Künstler“. Ob man nun Künstler ist oder nicht, das muss man als Außenstehender beurteilen. Die Leute kommen jedenfalls auf mich zu, weil sie irgendwelche Artworks von mir gesehen haben, die sie cool fanden oder weil sie einfach den Stil geil finden und sich jetzt nicht auf ein bestimmtes Artwork fixiert haben, und dann liegt es in der Natur der Sache, dass man mir ein bisschen Freiraum einräumen muss. Natürlich können auch super Kooperationen entstehen, manche Bands kommen mit einem Impuls, einer Idee an und sagen, wie das Album heißt und dass sie sich in der und der Richtung etwas vorstellen könnten, aber sagen dann: "Mach mal". Das ist für mich eigentlich der Idealfall, wenn ich schon so einen kleinen Anstoß bekomme, was die Band sich wünscht. Es ist natürlich schön, freie Hand zu haben, wenn eine Band kommt, dir den Albumtitel nennt und sonst nichts vorgibt, aber genauso wenig wie die Band eine konkrete Vorstellung hat, genauso schwer ist es dann, den Geschmack auch zu treffen, wenn sie dir so überhaupt nicht gesagt haben, in welches Richtung es gehen soll. Andererseits sind natürlich zu viele Auflagen auch Käse und wenn eine Band ankommt, die ihr Konzept von A bis Z durchgestylt hat, dann sage ich auch, dass sie sich davon lösen müssen oder jemand anderes sollte es dann machen. Es kann natürlich auch sein, dass ich ein Konzept richtig cool finde und es auch so umsetze, dann aber nur, weil es mir zufälligerweise auch in den Kram passt. Ich sehe mich da also nicht so als Auftragsgraphiker, da muss ein gewisses Gleichgewicht herrschen. Der Kunde soll am Ende natürlich zufrieden sein, weil ich es ja jetzt nicht nur aus Selbstverwirklichung mache, sondern weil ich davon auch lebe oder überlebe, aber die Basis aus künstlerischer Freiheit und den Wünschen der Band zu entsprechen bzw. die Balance zwischen den beiden muss natürlich gegeben sein.

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