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Axxis im Interview (Oktober 2017)

Das ist halt auch der Ruhrpott, da geht es gerade heraus, was Sache ist

The-Pit.de: Da lieferst du mit dem Lünen-Song gleich ein gutes Stichwort, ein Projekt, was du mit der Heinrich-Bußmann-Schule in Lünen zusammen erarbeitet hast. Soll da in Zukunft noch mehr folgen oder war das eine einmalige Sache?

Bernhard: Das wird auch so bleiben. Markus Rüth von der Heinrich-Bußmann-Schule hatte mich vor Jahren einmal gefragt und wir sind da im ständigen Austausch, dass wir immer wieder Projekte machen, eigentlich jedes Jahr, wenn die zehnten Jahrgangsschüler da abgehen, dass man immer wieder ein paar Sachen über Berufsfelder im Rockbusiness erzählt. Das haben die gar nicht so auf dem Zettel, dass man im Musikbusiness auch schöne Berufsfelder findet. Mir ist das auch ein Anliegen, gerade weil es auch politisch gewollt den Hauptschulen schlecht geht, dass man da etwas entgegen setzt und den Kiddies da hilft. Das ist echt eine Bereicherung für die Gesellschaft, die sind teilweise sehr kreativ, aber keiner lässt sie. Da versuche ich einen Kontrapunkt zu setzen und die Zusammenarbeit ist mir da schon sehr wichtig.

The-Pit.de: Wie wird das von den SchülerInnen aufgenommen? Bei der Show wirkte die kleine Truppe schon ein bisschen eingeschüchtert...

Bernhard: ...genau, das ist aber immer so für die. Du musst dir vorstellen, die sind dann gerade in einer heißen Phase, mitten in der Pubertät. Dann machen sie solch ein Ding, stehen auf der Bühne und wollen ihr Bestes geben. Es ist schwer, aber dafür haben sie ihren Job ganz gut gemacht. Mir war es wichtig, dass sie einfach mal das Gefühl kriegen, was passiert, wenn wir auf der Bühne stehen, was das so mit einem macht. Das hat man ihren Gesichtern angesehen, was es mit einem macht. Das ist schon eine schöne Erfahrung. Ich glaube, der eine oder andere hat auch wieder Bock gehabt, denn als der Kulturpreis kam, haben die ja nicht nein gesagt, die sind dann wieder aufgetreten. Da waren die anderen beiden Jungs auch dabei, die hatten dann doch keinen Schiss. Das hat sich doch ein bisschen gefestigt, sodass sie ein bisschen weniger Lampenfieber haben.

The-Pit.de: Die Übergabe des Kulturpreises wurde dann auch in einer feierlichen Runde abgehalten. Jetzt bist du der erste Rockmusiker, der einen Kulturpreis in Lünen bekommen hat. Was hat das dann mit dir als alten Hasen gemacht, obwohl das Gerücht ja wegen der Verleihung ein paar Tage zuvor aufkam?

Bernhard: Bei mir kam dieses Gerücht zuvor nicht an, ich wurde da echt überrascht. Samstags spielen wir im Heinz-Hilpert-Theater und donnerstags danach ruft mich der Bürgermeister an. Da bin ich erst einmal gar nicht ans Telefon gegangen, weil ich Schiss hatte, dass er uns jetzt erst einmal eine Rechnung serviert, was wir alles kaputt gemacht haben oder was da schief gegangen ist. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass wenn der Bürgermeister mich anruft, dass es etwas positives sein könnte. Als er mir das dann wegen dem Kulturpreis gesagt hat, habe ich mich natürlich sehr gefreut, keine Frage. Es hat sehr viel mit mir gemacht. Es war richtig heißer Oktober. Erst der Auftritt im Theater, dann den Kulturpreis und dann auch Martins Rausschmiss, mit dem ich jahrelang das Lükaz aufgebaut habe und der dann geschasst worden ist. Das ging in diesem Monat rauf und runter.

The-Pit.de: Die Rockparty im Heinz-Hilpert-Theater wurde ja auch in einem Buch zusammengefasst. Spielt da im Hinterkopf, dass man so auch andere Jubiläen wie das 30jährige aufarbeiten könnte?

Bernhard: Es war ein einmaliges Projekt, weil wir so etwas ja noch nie gemacht haben. Wir mussten jetzt erst einmal abschätzen, ob so etwas überhaupt ankommt, ein Buch über solche eine Sache, war ja auch eine sehr lokale Geschichte für Axxis-Fans, aber auch für die Lünener. Das hat in Dortmund schon keinen mehr interessiert, es sei, denn, er ist Axxis-Fan. Ich persönlich hatte keine Lust, wieder eine DVD zu machen, weil das auch ein tierischer Aufwand ist, trotz der teuren Kulisse. Da hatte ich keine Böcke mehr drauf. Da habe ich mich gefragt, was man anderes machen könnte, um den Abend festzuhalten. Da kamen wir auf die Idee eines Buches, wir fanden das sehr reizvoll, dass auch etwas mehr berichtet wird als nur vom Konzert, eben auch vom Soundcheck, was hinter der Bühne passiert, was wir zu essen kriegen, nicht das, was man in typischen Rock-Metal-Zeitschriften abdruckt, sondern wirklich eine Story von dem Tag erzählt. Das ist toll geglückt, es ist ein sehr emotionales Buch geworden, tolle Bilder, die den Abend teilweise besser repräsentieren als eine DVD. Irgendwie habe ich mich dabei erwischt, dass ich mir lieber ein Fotobuch angucke als Erinnerungen als Filmmaterial. Warum das so ist, kann ich dir gar nicht sagen. Ich habe irgendwie Bock, meine ganzen Fotos von mir anzuschauen, die alten Filme von mir interessieren mich fast gar nicht.

The-Pit.de: Ich widerspreche dir nur gerne, aber eine lokale Sache würde ich das nicht nennen, denn die Fans kamen aus dem ganzen Bundesgebiet angereist, auch weit über die nationalen Grenzen hinaus...

Bernhard: ...da hast du Recht. Aus Belgien waren ein paar Leute da, aus Holland, aus Schweden war einer da, das war schon wirklich eine Sensation, sogar aus England war einer da. Da hatte ich nie mit gerechnet, dass Leute so weit heruntergefahren kommen und so den Abend natürlich noch mehr ganz besonders machen. Wir haben in den Zeitungen in den Ländern das Buch auch beworben, es ist aber eben auf Deutsch geschrieben und ist die Frage, ob die Leute im Ausland Interesse daran haben. Deshalb ist es ja eine Fotodokumentation, wir haben unser Augenmerk auf 80 Prozent Fotos gelegt, weil das stimmungsvoller ist. Und es ist ein Experiment, welches auch echt super läuft.

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