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Axxis im Interview (Oktober 2017)

Das ist halt auch der Ruhrpott, da geht es gerade heraus, was Sache ist

Interviews mit Axxis-Frontmann Berny sind immer informativ, kurzweilig, lustig und auch auf den Punkt. Erfrischend, dass der Lünener nicht immer um den heißen Brei labert und sich auch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen lassen muss. Und da mit „Retrolution“ nicht nur ein gelungenes neues Album vorliegt, sondern sich auch so reichlich im Bandleben des Quintetts abgespielt hat, da muss man den Kerl doch mal wieder zur Telefonkonferenz einladen...somit geschehen.

The-Pit.de: Unser letztes Interview war 2015, ist ja schon ein bisschen her. Kurz nach der 25-Jahr-Jubiläumsshow 2014 in Bochum ist Marco ja ausgestiegen, viele Fans fühlten sich ja auch vor den Kopf gestoßen, mit Stefan hattet ihr aber zügig Ersatz einbauen können. Nach der ganzen Zeit und wo viel Wasser die Lippe runtergeflossen ist, wie würdest du das heutzutage bewerten?

Bernhard: Das mit dem vor dem Kopf gestoßen empfanden wir ja auch so. Das war von Marcos Seite her eine Sache, die wir nicht ganz verstanden haben. Der hat ja die Produktion zu „Kingdom Of The Night II“ noch mitgenommen und uns direkt danach erzählt, dass er nicht mehr mitmachen wolle, da er sich auf 21 Octayne konzentrieren wolle. Da waren wir natürlich angepisst, das hätte er auch vor der Produktion sagen können, da hätten wir direkt auch mit einem neuen Gitarristen etwas machen können. Das fanden wir auch keine tolle Sache, auch im Umgang mit den Fans, alles eben sehr fragwürdig, was da abgelaufen ist. Von daher sind wir sehr dankbar, dass wir klare Verhältnisse geschaffen haben. In der Stimmung mit der Information hätten wir mit Sicherheit auch eine miese Laune in der Band gehabt, da hätte ich kein Bock drauf gehabt. Wir fühlten uns auch ein bisschen ausgenutzt. Die ganzen Deals und Endorsement waren am Start und dann war er auf einmal weg. Es wird halt immer wieder der Name Axxis benutzt von Leuten, die bei uns einsteigen und vorher komplett No-Name-Leute waren. Die bauen sich bei uns einen Namen auf, kriegen die Klamotten und machen dann einen auf dicke Hose. Das ist nicht so unser Ding. Es ist enttäuschend. Die Fronten sind jetzt mittlerweile geklärt, es war aber einfach enttäuschend. Wir haben eine Menge Zeit und Willen investiert, Marco auch aufzubauen und dann ist es natürlich enttäuschend, wenn jemand den U-Turn macht und sagt: „Stinkefinger Freunde, ich mach jetzt mein eigenes Ding!“. Du siehst ja auch selber, was er unter einer Band versteht. Da sind schon ganz viele Leute ausgestiegen. Wir sind wirklich eine Band, wo das Soziale und das Zusammensein ein wichtiger Punkt sind, um Leuten auch in Krisen helfen zu können, aber nur einen Band zu machen um eine Band zu haben, das ist nicht unser Ding.

The-Pit.de: Das mit dem Bandzusammenhalt kann ich ja als Außenstehender bestätigen. Ich hatte ja die Möglichkeit, euch in Lünen bei der sehr speziellen Rockshow im Heinz-Hilpert-Theater zu begleiten, da bekommt man ja auch einiges hinter den Kulissen mit. Mit Stefan habt ihr ja jetzt auch einen neuen Gitarristen. Wie habt ihr ihn euch gekrallt? Kommt das über den Rob mit seiner Wuppertal-Regicide-Rebattered-Connection? Zumindest kommt Stefan ja eher aus der Speed- und Thrashszene...beißt sich das nicht ein bisschen?

Bernhard: Das Problem ist ja nicht, dass wir damit zurechtkommen müssen, sondern Stefan muss die Musik, die wir vertreten, authentisch herüberbringen. Da ist der Stefan aber sehr breit aufgestellt. Der steht auf das ganz harte Zeug, das ist auch sein Leben, damit ist der groß geworden, aber er findet auch Melodic Rock geil, er hat ein ganz breites Spektrum an Musikgeschmack. Das schätze ich an ihm. Wir hatten ihn gar nicht so auf dem Zettel gehabt, wir kannten ihn aber eigentlich schon, weil er mit Lion Twin auf Tour war, aber uns war er da nicht so aufgefallen ist. Er war da ja der zweite Gitarrist. Rob hatte dann mal gesagt, dass wir ihn mal sehen wollten, wenn er allein spielt. Da haben wir ihn uns mal näher angeguckt und festgestellt, dass er echt ein geiler Typ ist. Und er konzentriert sich auf das Gitarre spielen und ist, wie ich finde, eine echte Bereicherung für die Produktion jetzt geworden, weil er sich wirklich auf die Songs eingelassen hat, ohne dass wir wirklich viel erzählen mussten. Er war wirklich mit vielen seiner Soli sehr kreativ wie in „Dream Chaser“ beispielsweise, ein Hammersolo. So etwas Geiles habe ich lange nicht mehr gehört. Und ich stehe auch auf solch einen Scheiß. Vielleicht liegt das ja auch daran, aber Geschmack ist ja subjektiv.

The-Pit.de: Ein wahres Highlight dürfte dann ja die Show im Heinz-Hilpert-Theater anlässlich 675 Lünen gewesen sein. Wie bewertest du das mit einigem zeitlichen Abstand?

Bernhard: Grundsätzlich sind mir Steine vom Herzen geflogen, weil wir vor der Show ganz viel Angst hatten. Wir waren ja das Lükaz schon gewohnt, aber so ein Theater mit einer Viertelstunde Pause, dann keine Getränke während des Konzerts, die Leute sitzen, da hatten wir arge Bauchschmerzen. Umso schöner war dann natürlich, als wir das Konzert hinter uns hatten, dass der Abend tierisch geil ankam. Es gab ein paar Kritikpunkte, die müsste man dann auch ansprechen, wenn wir noch einmal dort spielen sollten. Uns wurde ja auch angeboten, zur Jubilarfeier des Theaters dort wieder aufzutreten (ist mittlerweile auch für den 29. September 2018 bestätigt, der VVK ist schon längst angelaufen; Anm. D. Red.). Wir müssen darauf achten, dass die Leute auch mit Bier versorgt sind und vor allem nicht abgelaufenes Bier bekommen. Das fand ich schon ehrlich ein starkes Stück. Wir hatten vorher schon gewarnt nach dem Motto: Freunde, da kommen Rock'n'Roller und die wollen Bierchen trinken. Bier gab es auch nur in der Pause und nicht während des Konzertes, weil das mit den Plüschstühlchen nicht ging. Zusammengefasst hat es mich wirklich total gefreut, dass es so gut ankam und dass es ein sehr spezielles Konzert wurde. Der Junge auf der Bühne, der Lünen-Song, der vorgestellt wurde, das war mal ein etwas anderes Rockkonzert.

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