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Axxis im Interview (November 2011)

„Du wirst ja mehr oder weniger von allen Seiten gefickt“

Keyboarder Harry Öllers

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The-Pit.de: Wie schon angedeutet, haben letztes Jahr die Fans auch die Bühne gestürmt. Wie hast du das erlebt, dass ihr als Band zum Anfassen so hautnah abgefeiert werdet, da ihr ja auch offensichtlich überrascht wart?

Bernhard: Das kannst du wohl sagen. Dass mal einer auf die Bühne kommt, das wussten wir ja schon, aber dass da jetzt so viele kommen, dass wussten wir nicht, das war richtig geil und eine lustige Sache, man hätte das vielleicht nur einmal vorher sagen sollen, damit man nicht einfach in Schockstarre verfällt. Ich habe gedacht: Oh, waren wir jetzt so scheiße, dass sie jetzt uns von der Bühne runterholen? Wir hatten dieses Mal gesagt, da wir ja den Beamer mit der Leinwandgeschichte drauf hatten, dieses Mal bitte keinen auf die Bühne, aber es war ja auch ein Typ mit dabei, der aufgepasst hat. Ansonsten habe ich da kein Problem mit, solange sie uns nicht angrabschen (und lacht laut vor sich hin).

The-Pit.de: Auf Festivals ist ja immer ein großer Fotograben vor der Bühne, da ist man ja immer weit weg von den Fans, was ja auch die Kommunikation mit ihnen ein wenig stört. In Lünen gab es ja diese Barriere nicht…

Bernhard: So muss es eigentlich auch sein. Wir haben ja auch in Hamburg im Logo gespielt, da ist es so ähnlich, da war es auch rappelvoll und hat tierisch Spaß gemacht, in München in der Garage übrigens auch, da liebe ich es zu spielen. Sobald wir dann auf großen Festivals spielen, hast du immer das Problem, dass der Humor oder die Art und Weise, die wir auf der Bühne verbreiten, immer auch abhängig davon ist, indem wir etwas aufschnappen, was die Leute so machen. Da kannst du das live gar nicht. Auf größeren Shows oder Festivals wirst du darauf reduziert, dein Programm zu spielen. Da kannst du die ganzen spontanen Sachen eher schlecht bringen. Es hat sich ja bei uns eingebürgert, dass wir jemanden auf die Bühne holen und mit dem ein bisschen arbeiten, damit daraus etwas entstehen kann. Voriges Mal war es der Junge oder der Typ im gelben Regenmantel, das sind dann Sachen, die kann man nicht planen, dieses Mal war es die Kimberly. Alle reden über Facebook über Kimberly, keine Sau unterhält sich über das Konzert, ganz toll, aber das sind die Sachen, die ich immer wieder geil finde, weil sie für mich auch überraschend sind und ich muss dann auch immer gucken, wie ich aus der Nummer wieder rauskomme. Das liebe ich eigentlich. So etwas macht uns dann auch spontan und bringt uns dazu, nicht einfach das Programm herunter zu spulen.

The-Pit.de: Es ist ja auch ein wesentliches Element eurer Show, dass du die geborene Quasselstrippe bist.

Bernhard: Ja, manchmal ist es gut, manchmal ist es schlecht, kommt darauf an, was ich sage (und verschluckt sich fast beim Lachen). Das kann auch in die Hose gehen, diesem Risiko setzen wir uns aus. Deswegen habe ich heute noch Lampenfieber, weil ich vor der Show nie weiß, was ich machen soll. Das entsteht dann irgendwie auf der Bühne und die anderen halten mich dann schon immer für bekloppt. Auf der Bühne geht es dann auf einmal. Ich weiß nicht warum, aber das funktioniert.

The-Pit.de: Ich habe das Gefühl, dass zwischen dir und Marco eine besondere Stimmung herrscht. Was sagst du dazu? Du singst ihn häufiger an als die anderen. Ist das ein Linksdrall oder ist er einfach der Benjamin der Truppe?

Bernhard: Ich habe manchmal das Gefühl, dass der Marco manchmal ein bisschen mehr Unterstützung braucht. Es ist aber ein lapidarer Grund. Ich habe einen Linksdrall, hört sich doof an, ist aber so. Wenn der Rob auf der Seite stehen würde, dann würde ich mehr zum Rob gehen, warum auch immer. Das war damals beim Guido zuvor auch, ich bin immer nach links gerutscht. Ich weiß noch, Werner Kleinhaus, unser allererster Bassist, der hat immer da gestanden, wo heute der Gitarrist steht, und da bin ich auch immer hingegangen. Beim Marco macht das auch immer Spaß, weil ich merke, dass er dann nochmal die Arschbacken zusammen reißt und noch ein bisschen mehr Gas gibt. Und wenn ich dann wieder weg bin, dann konzentriert er sich wieder mehr auf sein Gitarrenspiel, was ja auch gut ist. Den Rob kann man auch wirklich alleine lassen, weil er auch immer Vollgas gibt, da muss man nicht auch noch daneben stehen, da habe ich auch ein bisschen Angst, weil er ab und zu mit seinem Bass ein bisschen aktiver ist. Deswegen bin ich beim Marco auf der sicheren Seite.

The-Pit.de: Nächster Punkt: Bis auf Gudrun habt ihr immer ins Klo gegriffen, wenn ihr jemanden auf die Bühne geholt habt, was allerdings im Endeffekt immer lustig war.

Bernhard: Der kleine Junge in Lünen war doch der Hammer. Der Zehnjährige hat das doch richtig gut gemacht, das war richtig gut. Da haben wir eigentlich selten ins Klo gegriffen. Gut, die Leute können halt keinen Rhythmus spielen, dafür haben sie andere Qualitäten. Das geht ja auch gar nicht darum, gut zu sein, davon ab, es muss ja einfach auch ein Event sein, eine Verbundenheit zum Publikum, die wir dadurch hinkriegen, das ist doch mein Hauptdingen dabei.

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