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Axxis im Interview (Februar 2015)

„Ich kriege da eher die Krise, wenn ich so etwas höre…“

The-Pit.de: Man hat schon gemerkt, dass er mit Kissin' Dynamite ein sehr erfolgreiches Jahr absolviert hat. Er war ja schon immer ein sehr präsenter Frontmann und er hat noch ein bisschen dazu gelernt. Und so hat er die Show dann auch an sich gerissen...

Bernhard: ...das sollte er ja auch machen. Ich habe Kissin' Danymite deswegen verfolgt, weil sie nach Axxis die erste Metalband waren, die von EMI gesignt wurden. Ich fand es immer sehr schade, dass sie die Band nicht richtig aufbauen konnten, weil die Majors einfach nicht die Fähigkeiten dazu haben, Bands aufzubauen, gerade im Rockbereich. Ich fand das nachher total klasse, dass sie über AFM richtig Gas gegeben haben und es freut mich besonders, dass diese Band durchhält. Was ich besonders wichtig in diesem Geschäft finde, ist, dass man eigentlich nicht immer erfolgreich sein muss, aber man muss einfach immer durchhalten, irgendwann kommt es schon auch. Irgendwann hast du auch mehr oder weniger Erfolg, aber du musst durchgehend am Ball bleiben. Und diese Band schafft das irgendwie bisher. Das finde ich gut, und jetzt werden sie dafür belohnt, jetzt ernten sie die Früchte für die ganze Sache, sodass die Touren gut besucht sind, dass sie gute Songs schreiben, und wie ich finde, dass sie reifer werden. Das war einer der Gründe, warum wir gesagt haben, dass wir den Hannes einladen, auch weil wir natürlich Fan von der Band sind und natürlich auch, weil wir vom Songwriting her nicht weit entfernt sind.

The-Pit.de: Ein weiteres richtiges, aber auch sehr emotionales Momentum war euer alter Bassist Werner Kleinhaus. Als er die Halle am Nachmittag betreten hat, erkannte ich ihn gar nicht und dachte eher an einen gramgebeugten Straßenmusiker, wie er da hineinschlich. Ihr hattet euch ja auch aus den Augen verloren. Wie ist denn das zustande gekommen, dass er dabei war?

Bernhard: Das ist eine sehr, sehr traurige Geschichte. Wir haben uns Jahre nicht gesehen und hatten in Soest die Anfrage über einen Freund, ob der Werner nicht mal wieder vorbei kommen könne. Na klar kann der vorbei kommen, Soest war im Schlachthof eine ausverkaufte Show. Da haben wir ihn dann getroffen, was total schön war, haben über alte Zeiten geschwelgt, er war immer noch wie damals, da hat sich nichts verändert. Jetzt ist er in der Zwischenzeit von Mai bis jetzt total krank geworden. Ich war total erschrocken, als er keine Haare mehr und mehrere Chemo-Therapien hinter sich hatte, das tut mir natürlich total leid. Die Krankheit wird er auch überstehen, er gibt sich auch Mühe, dass es klappt, aber er meinte auch, dass er jetzt gerade in Rente sei und dann geht so eine Scheiße los. Der hat ja auch ein einmotoriges Flugzeug, da wollte er jetzt endlich mit herumfliegen, und jetzt das. Er hat richtig dafür gekämpft, auf die Bühne zu kommen, er war auch geschwächt, das hat man gesehen, aber das wollte er sich nicht entgehen lassen. Er hatte auch seine Enkel mitgebracht, dass die auch sehen, dass es stimmt, wovon er die ganzen Jahre geredet hat. Ich hoffe mal, dass er bald wieder gesund wird.

The-Pit.de: Habt ihr eigentlich Kontakt zu den anderen Urmitgliedern wie Richard Michalski oder auch Walter Pietsch?

Bernhard: Mit dem Richard leider nicht. Er sollte in Soest eigentlich dabei sein, ist aber warum auch immer nicht gekommen. Da hätte man sich mal treffen und unsere Beziehung mal aktualisieren können, aber er kam eben nicht, aus welchen Gründen auch immer. Er war auch eine Zeit lang sehr krank. Walter Pietsch war ja beim 20jährigen mit dabei, mit dem Walter war ich schon immer in Kontakt, er ist ja auch der Patenonkel von Harrys Sohn. Der Kontakt hat sich eigentlich nie so richtig abgekühlt, in letzter Zeit allerdings doch ein bisschen, warum auch immer. Das hat aber wohl mehr berufliche Gründe. Cool war aber, dass unser alter Bassist Kuno Niemeyer, der ab 2000 mit dabei war, auch da war, allerdings nur als Gast, er war ja auch schon beim 20jährigen dabei.

The-Pit.de: Beim Blick in die Zukunft darf man dann schon gerne auch an das 30jährige Jubiläum denken. Ihr habt ja von dem ersten Jubiläum zum nächsten einen gewaltigen Sprung gemacht. Wie wollt ihr das denn noch toppen?

Bernhard: Das wird ein ganz großes Problem, aber ganz ehrlich, und da verrate ich jetzt ein Geheimnis: Als wir das 25jährige geplant hatten, da war ich der Meinung: „Freunde, wir müssen etwas besonderes machen. Letztes Mal hatten wir Leinwände gehabt, alte Fotos und Videos gezeigt. Es wird voll, es wird weitergehen, es muss besser werden.“ Dann kam die Idee mit dem Pitti Hecht dazu, der als Percussionist da was machte. Eine der geilsten Sachen des Abends war für mich, als Torsten Rentsch, Mr. Max Volume, der auch schon mit Michael Jackson und anderen Leuten gearbeitet hat, als Resümee des Abends meinte, dass es kein Rockkonzert, sondern eine Axxis-Revue gewesen sei. Das ist doch eine geile Bezeichnung, und wenn man so etwas hinbekommen würde, beim 30jährigen noch besser zu werden, dann kein Konzert, sondern eine richtige Revue hinzubekommen, dann könnten wir das nochmals toppen. Aber zum einen müssen wir erst überleben und zum anderen müssen wir auch erst einmal gucken, ob wir dazu überhaupt noch die Kraft haben. Ich finde es aber auch ein bisschen blöd, sich von einem Jubiläum zum nächsten hinzuhangeln, aber wir können es nun mal, weil wir solange durchgehalten haben. Das ist ja auch so eine Tendenz geworden. Doro feiert ihr 30jähriges, AC/DC feiern ihr wievieltes Jubiläum, da sieht man dann schon, dass die ganze Rockszene in die Nostalgie abdriftet. Das ist auch nicht schlimm, eigentlich eine schöne Sache, weil man in Erinnerungen schwelgen kann und eigene Gedanken hochkommen können, die man ganz verdrängt hat. Ist eigentlich eine schöne Sache, macht es nur für Bands wie uns schwerer, neue Produkte am Markt zu platzieren. Die Leute wollen das eigentlich gar nicht hören, auch wenn die Songs toll sind. Du wirst in den Radios nicht gespielt, in den sonstigen Medien findest du auch nicht wirklich statt. Von daher ist es immer schwer, neue Produkte zu etablieren, aber wir machen das immer wieder. Wir werden auch bald wieder eine neue Platte machen, um den Leuten zu zeigen, wie der Status Quo der Band aktuell ist. Wir wollen dann auch auf Tour gehen und neue Songs präsentieren. Und du hast ja auch bei dem Konzert gesehen, dass die neuen Songs total gut ankamen, auch im Vergleich zu den alten Songs. Bei „Kingdom Of The Night II“ hat sich tatsächlich bewahrheitet, dass man es schafft, das Songwriting von der alten Zeit in die neue zu transportieren. Das hat hervorragend funktioniert.

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