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Axxis im Interview (Februar 2015)

„Ich kriege da eher die Krise, wenn ich so etwas höre…“

The-Pit.de: Du hast auf der Bühne auf sympathische Art und Weise eine richtige Kodderschnauze. War dir das schon in die Wiege gelegt worden, warst du auch schon zu Schulzeiten so oder hast du dir das im Laufe der Jahre antrainiert?

Bernhard: Keine Ahnung, irgendwann war ich einfach so, das ist alles durch Zufall passiert. Das fing damals in der Zeche Bochum an, irgendwann 1989 oder 1990. Die Gitarrensaite ist gerissen und ich wusste gar nicht mehr, was ich machen sollte, ich habe mich ja immer schön an der Gitarre festgehalten, da hatte ich was in der Hand, wenn ich auf der Bühne war. Die ganzen Leute von der Plattenfirma waren da und wollten entscheiden, ob sie uns auch international haben wollen, und direkt beim ersten Song reißt mir die Gitarrensaite. Da hab ich mir gesagt, der Plattenvertrag ist sowieso im Arsch, hab die Gitarre weggefeuert und gedacht, scheiß was drauf. Dann hab ich angefangen, so rumzuzappeln wie ich auch heute noch rumzappel, weil ich irgendwie nicht wusste, was ich machen sollte, ich musste die Energie ja irgendwie herauslassen. Da fing das dann an, hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, bis ich einfach festgestellt habe, dass wenn man authentisch ist und mit den Leuten über das redet, was gerade so im Kopf ist, dann scheint alles gut anzukommen. Diese Ruhrgebietsmentalität kommt selbst in Nottingham gut an, wenn man auf englisch versucht, sich mit der Kodderschnauze zu präsentieren. Eigentlich macht man nur das, was man eigentlich immer macht. Du redest über das, was dich gerade bewegt, du versuchst dich zu präsentieren und vor allem versuchst du, die Leute gut drauf zu bringen. Ich plane da nie etwas. Einer der Gründe, warum ich immer nervös bin, weil ich nicht weiß, was ich auf der Bühne machen werde. Das verunsichert mich selbst kolossal, das kann auch mal in die Hose gehen, wenn ich zu viel rede oder gar nichts sage oder keine Ahnung. Das ist immer sehr von der Tagesform abhängig.

The-Pit.de: Hast du dann von deinen Mitstreitern auch schon einen auf den Deckel bekommen, weil du zu viel redest?

Bernhard: Auf der Bühne weiß man das nicht so genau, was zu viel ist, was zu wenig ist. Ich versuche immer eine gute Mischung hinzubekommen, im Laufe der Zeit habe ich das auch hinbekommen. Ich kann mich aber daran erinnern, dass es vor sechs Jahren etwas gab, wo ich irgendwas erzählt habe, was mir wichtig war, und die Jungs haben hinter mir was aufgebaut und Karten gespielt. Da wusste ich, Bernhard, das war too much. Sie teilen mir das ja dann immer mit sehr schönen Performance-Mitteln mit, dass ich zu viel sage.

The-Pit.de: Bei dem Jubiläum hattet ihr auch ein paar richtig schöne Highlights eingebaut. Ich denke da an die beiden Duette, einmal mit Jeanette Scherff von Dawn Of Destiny, wo ich auf Facebook den Eindruck habe, dass sie ein bisschen die Nase vorn hatte vor dem Duett mit Doro, der Metalqueen. Wie hat sich das auf der Bühne angefühlt?

Bernhard: Ich war total Stolz darauf, dass die Doro zugesagt hat. Sie hat auch erst zugesagt, als es ausverkauft war, weil sie nicht in den Ruf kommen wollte, uns die Leute zu ziehen, für uns den Laden auszuverkaufen. Das fand ich total klasse, sodass auch ich das Gefühl hatte, die Leute kommen wegen uns und nicht wegen Doro. Ich find Doro hammergeil, ich hab sie schon beobachtet, da hat sie noch mit Cacumen gespielt, in Castrop-Rauxel damals, glaube ich. Aus Cacumen ist ja Bonfire entstanden, da gab es Bonfire ja noch nicht. Da gab es ja auch noch Warlock. Wir haben auch zusammen deshalb „Stay Don't Leave Me“ gesungen, weil der Joey Balin damals den Song mit uns in Amerika geschrieben hat und der Joey auch der Produzent der Warlock-Scheibe war. Ich glaube, die „Triumph And Agony“ war das, deshalb gab es da den Auftritt mit Doro. Ich fand das supergeil, dass sie überhaupt mitgemacht hat. Die Jeanette war total Stolz drauf, das habe ich schon mitbekommen. Wir haben sie eingeladen, weil sie eine tolle Sängerin ist, Dawn Of Destiny gibt sie einen guten Schub. Dann kam noch dazu, dass sie auch etwas mit Bochum zu tun hat, sie ist auch mit der Band bei uns auf dem Label und da wollten wir mit ihr etwas gemeinsames machen. Aus meiner Sicht hatte da keiner die Nase vorn, für mich waren alle Musiker, die da waren, ein richtiges Highlight auf die individuelle Art.

The-Pit.de: Beim Hannes aber musstest du aufpassen, dass er dir die Show nicht stiehlt...

Bernhard: ..der Hannes ging ja ab wie ein Zäpfchen auf der Bühne, da hab mich mir schon gedacht, dass ich da ein bisschen aufpassen muss. Ich fand das aber gut, ich hatte ihm ja auch gesagt, dass er voll Gas geben soll, wenn er da auftritt, keine drei Minuten. Da hat er mir die Mütze vom Kopf gerissen, eigentlich sollte ich ja singen. Aber scheiße, wie setze ich die Mütze mit den Stickereien wieder auf? Die wollte ich auch nicht falsch aufsetzen. Da musste ich erst einmal im Backstage schnell in den Spiegel gucken, damit das nicht die Hälfte der Show scheiße aussieht. Das war die erste Amtshandlung vom Hannes auf der Bühne: Zack, Mütze vom Bernhard weg. Und ich erst einmal runter von der Bühne, da hat er natürlich Gas gegeben. Eigentlich wollten wir ein Duett singen, aber da kam ich ja nicht richtig zu.

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