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Avatarium im Interview (Mai 2017)

Immer auf der Suche

Bei Avatarium herrscht ein hohes Tempo vor: Keine zwei Jahre nach ihrem sensationellen Zweitwerk „The Girl With The Raven Mask“ hat die Band schon ihr nächstes Full-length-Werk mit dem Titel „Hurricanes And Halos“ am Start, das nicht minder interessant geraten ist und sicherlich wieder für Begeisterungsstürme sorgen wird. Im Vorfeld des Releases der Scheibe hatten wir die Möglichkeit, mit Gitarrist Marcus Jidell ein ausführliches Gespräch via Skype zu führen.

The-Pit.de: Hallo Marcus, schön dass du dir die Zeit nimmst. Wir sind uns ja Ende 2015 schon einmal für ein Interview begegnet, als ihr euer zweites Album betourt habt.

Marcus: In Hamburg? Ja, ich kann mich nicht mehr so ganz erinnern, aber doch, da war was…

The-Pit.de: Naja, nicht so schlimm. Lass uns lieber über euer neues Album sprechen. Ich habe es jetzt ein paar Mal gehört und finde zunächst einmal, dass es erneut eine sehr starke Scheibe geworden ist. Im Vergleich zum Vorgänger finde ich diesen einheitlicher, dafür bietet „Hurricanes And Halos“ aber unterschiedlichere Songs.

Marcus: Das mag stimmen…

The-Pit.de: …außerdem hört man meiner Ansicht nach ziemlich deutlich bei den einzelnen Songs die Einflüsse verschiedener Bands heraus. „The Sky At The Bottom Of The Sea“ zum Beispiel hat für mich einen ganz klaren Uriah Heep-Touch, bei „Road To Jerusalem“ gibt es Parts, die mich an The Devil’s Blood erinnern und „Into The Fire“ hat – nicht nur wegen des Titels – etwas von Deep Purple. Wie siehst du das und was ist deiner Meinung nach anders als auf dem Vorgänger?

Marcus: Für mich ist es das beste Album, das wir bis hierher gemacht haben. Du hast immer eine Vision davon, was du genau machen willst und diese Platte ist wieder ein bisschen näher an der Idealvorstellung. Jedes neue Album kommt meinen Ambitionen ein bisschen näher. Und wie du schon festgestellt hast, gibt es auf dieser Scheibe eine Menge verschiedener Einflüsse. Die haben wir sonst natürlich auch, allerdings haben wir jetzt zwei neue Mitglieder in der Band; wir haben Rickard Nilsson an den Keyboards – er ist ein ausgezeichneter Organist und bringt viel Uriah Heep- und Deep Purple-Feeling in den Sound. Er hat wie Jon Lord und Ken Hensley sowohl einen Hard-Rock- als auch einen Jazz- und Blues-Hintergrund. Er hat also einen ähnlichen Background wie Jennie-Ann als Sängerin, denn sie kommt ja auch vornehmlich vom Jazz und vom Blues, hat aber ebenso ein gutes Gespür für Rock’n’Roll und Hard Rock. Und als Carl Westholm mir seinen Ausstieg erklärte, weil er keine Zeit mehr für Avatarium hatte, war Rickard der Erste, den ich als Ersatz im Sinn hatte. Er ist schon länger ein Freund von mir, ein Supertyp und er hat viel zum Sound dieses Albums beigetragen. Das war mir sehr wichtig, denn ich produziere ja auch die Alben und gerade wenn ich neue Mitglieder integriere, möchte ich auch Persönlichkeiten in die Band bringen – persönlicher Ausdruck ist beim Musizieren schließlich unglaublich wichtig.

Der andere Neuling, den wir haben, ist Mats Rydström, ein verdammt guter Bassist – und Beide haben einen wesentlichen Anteil daran, wie das Album klingt. Aber auch die Tatsache, dass Jennie-Ann und ich diesmal ein paar Songs geschrieben haben, gibt dem Album ein etwas anderes Feeling, denn wir haben eine andere Herangehensweise ans Komponieren als Leif Edling. Überhaupt: Als Leif und ich über das Album gesprochen haben, sagte er: „Ich hätte Lust, einen Uriah-Heep-Song zu machen“ – das hat er wirklich so gesagt (lacht). Also schrieb er „The Sky At The Bottom At The Sea“, was ja auch durch diesen typischen Drumbeat auffällt. Ich bin ein extrem großer Fan von Uriah Heep und habe tatsächlich sogar einige Male mit deren früherem Drummer Lee Kerslake in Stockholm zusammengespielt, was einen großen Einfluss auf mich ausübte. Mit so einem renommierten und großartigen Schlagzeuger zusammenzuspielen, dadurch habe ich viel über Takte und ähnliches gelernt. Und als dann Leif ankam und meinte, er möchte einen Heep-Song machen, sagte ich nur „Ja, auf jeden Fall!“ Trotzdem denke ich schon, dass wir es auf unsere eigene Art und Weise gemacht haben, auch wenn man natürlich den Einfluss heraushört. Aber für Avatarium ist es wichtig, immer einen Schritt nach vorne zu machen, es gibt keinen Grund, immer und immer wieder dasselbe Album aufzunehmen.

Dennoch sind wir immer noch auf der Suche und ich denke, darum geht es auch in der Musik. Wir haben dieses Album während eines bestimmten Abschnitts in unserem Leben aufgenommen und alles Mögliche um einen herum kann Auswirkungen haben: Die Leute mit denen man abhängt, die Nachrichten im Fernsehen, die Bands die man hört usw. All diese verschiedenen Dinge, die sich zu verschiedenen Zeiten in deinem Leben abspielen, haben einen Einfluss. Deswegen bin ich der Meinung, jedes Album sollte anders klingen; es ist wie eine Art Tagebuch, das einen selbst in der jeweiligen Zeit repräsentiert. Ich denke sogar schon darüber nach, wie wir uns von hier weiterentwickeln, auch wenn ich mich natürlich erst einmal auf die bevorstehende Tour freue. Trotzdem stellen wir in der Band uns alle immer die Frage „Wie geht es weiter?“, „Was können wir machen?“ – Es ist wie eine ewige Suche. Die stetige Suche nach Emotionen, Gefühlen, Sounds, danach, sich selbst auszudrücken – wenn es das nicht gäbe, macht es keinen Sinn.

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