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Assassin im Interview (Februar 2017)

„Man kann Assassin nicht mehr in Originalbesetzung erwarten"

The-Pit.de: Ihr werdet vielleicht den einen oder anderen Old-School-Fan verloren, dafür aber eine Menge junger Fans, die euch zum ersten Male erleben durften, gewonnen haben...

Scholli: ...ja, genau das ist es ja. Wie gesagt, das hatte mich schon angenervt, immer diese blöden Sprüche und ich fühlte mich schon so scheiße. Ich fand es einfach unpassend. Nach der Show kamen viele zu uns und sagten, dass sie uns noch nicht kannten oder nur vom Namen her und dass es ihnen super gefallen hat. Es hat sich ja dann auch daran gezeigt, wie viele T-Shirts und CDs wir verkauft haben. Da hab ich mir auch gedacht, dass es so schlecht nicht gewesen sein kann. Wer schon wegen einem fehlenden Song auf der Setlist sagt, dass es scheiße ist, dann ist das so was von daneben, dass es für mich auch keine Aussagekraft hat.

The-Pit.de: Ihr werdet aber immer an euren frühen Alben gemessen werden, das wird immer ein Maßstab nach dem Motto „das ist nicht mehr Original Assassin“, „früher waren die Songs noch roher“ sein, die „früher war alles besser“-Fraktion...

Scholli: ...ist halt so, damit muss man leben. Klar, ich bin genauso Fan von alten Scheiben und wenn ich die Bands dann heute höre, die neue Sachen herausbringen, dann schau ich auch, was mir gefällt oder auch nicht. Das muss ich für mich abwägen. Ich kenne es ja selber als Konsument. Von daher kann ich auch jeden nachvollziehen, wenn er sagt, dass es früher einfach holpriger war. Dazu muss ich aber auch sagen, dass wir früher gar nicht wussten, was Timing ist. Man hatte es schon mal gehört, aber wir haben weder auf ein Metronom oder sonst was gespielt. Die Songs hatten dermaßen Timing-Schwankungen, was die Sache damals vielleicht frischer gemacht hat, aber so etwas kannst du heute nicht bringen, da würden alle fragen, was das denn für Dilettanten sind. Unser Drummer spielt heute auch live hundert Prozent alles auf Click. Das erwartet keiner vom ihm, aber er hat selbst Spaß daran und meint, dass so die Songs dann sicher sind. Genau das macht es dann auch aus. Das muss jeder selber für sich entscheiden, jede Band entwickelt sich irgendwo hin und ob man es dann noch gut findet oder wieder gut findet, das muss jeder selber nach seinem Geschmack urteilen. Da kann man auch keinem vorlegen, dass er uns jetzt aber gut finden muss. Es ist halt die Zeit der Dinge, die Zeit geht halt auch voran.

The-Pit.de: “Combat Cathedral“ ist ja recht abwechslungsreich geworden, mit „Red Alert“ seid ihr sogar recht experimentell und mit leicht düsterem Unterton unterwegs. Was wollt ihr mit dem Song ausdrücken?

Scholli: “Red Alert“ habe ich absichtlich so gemacht, den habe ich damals auch SPV vorgespielt. Da habe ich sehr viel reingebracht, obskure oder untypische Takte, neun Achtel und so ein Mist, dann diesen düsteren Anfang, wo viele auch schon sagen, dass es Gothic, Rock oder Metal sei. Das war aber schon Absicht, weil wir auch mal ein Stück machen wollten, was ein Stück weit anders klingt, welches schon eine gewisse Bandbreite hat, wo aber Strophe und Refrain völlig durchballern, der Rest aber eben ein bisschen anders ist. Da hab ich mich auch gefragt, wie die Leute das finden werden. Ich finde es eigentlich einen der besten Songs, weil ich es auch mag, wenn es ein bisschen unterschiedlicher ist, aber man kann auch mal einen Song einfach nur durchballern. „Red Alert“ ist so ein Stück, welches ich auch sehr gerne spiele. Früher war die Kritik ja immer, dass Assassin eben immer nur das machen, was sie schon immer gemacht haben, mehr aber auch nicht. Na ja, ein bisschen mehr machen wir schon, aber es ist klar, dass es alles im Rahmen bleiben muss. Wir erlegen uns da schon ein bisschen die Stiltreue auf, damit es nicht zu sehr ausreizt. Wir könnten ja auch andere Sachen machen, ich finde aber, dass man schon diesen Thrash erhalten muss und diese Elemente beibehält. Auf dem nächsten Album werden wir auch wieder etwas ausprobieren oder ein bisschen anders klingen und vielleicht ein bisschen vielseitiger sein, aber wir werden definitiv immer Speed/ Thrash Metal spielen. An sich machen wir das gleiche wie früher, nur ein bisschen ausgeweiteter, jeder hat auch ein paar mehr Einflüsse, aber es wird Thrash Metal bleiben.

The-Pit.de: „Whoremonger“ lebt dann ein bisschen von der Sludge-Atmosphäre – eine Reminiszenz an euren neuen Frontmann?

Scholli: Auch eine andere Seite von Assassin. Ingo war total begeistert, als wir ihm den Song gegeben haben, der Song war eigentlich auch zu 80 Prozent fertig. Das hat ihn an irgendeine seiner Bands erinnert, das könne er auch da singen. Er war also völlig begeistert. Mir war das egal, an wen das ihn erinnern mag, Hauptsache er hat da Spaß dran. Er findet den Song auch megageil, wir werden ihn demnächst auch live spielen, Frank Blackfire war aber noch nicht soweit. Die Strophe groovt am Anfang auch mehr, alles ist ein bisschen schleppender, auf jeden Fall einer von Ingos Highlights.

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