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Assassin im Interview (Februar 2017)

„Man kann Assassin nicht mehr in Originalbesetzung erwarten"

The-Pit.de: Den markantesten Wechsel hat es aber am Mikrofon gegeben...Robert Gonella ist raus. Da wird noch immer mit viel Halbwissen herumspekuliert. Was war das passiert?

Scholli: Um das mal auf den Punkt zu bringen: Robert ist von der Art her so ein bisschen ausgeschieden wie der Micha. Ich hatte schon ein paar neue Songs fertig und Robert sollte den Gesang machen, da meinte er, dass ihm nichts einfalle. Er wollte zwar immer proben, aber es passierte nichts. Er war auch da schon nicht mehr bei der Sache, im Gegensatz zu Micha aber hatte er definitiv noch Bock, bei Assassin zu bleiben. Ich sag mal so: Ihn hat die Arbeitsweise nicht so ganz gefallen. Es ist nicht mehr so wie früher, ich glaube, da lebt der Robert auch in einer anderen Welt. Er würde gerne fünf Mal die Woche proben. Das ist heutzutage völlig unproduktiv und zeitlich auch überhaupt nicht machbar, weil jeder seinen Job hat und irgendwie Kohle verdienen muss. Das funktioniert nicht. Da haben wir dem Robert gesagt, dass wir kleine Vorproduktionen machen, er solle versuchen, das gesanglich zu finden, wir könnten auch alles verändern, Strophe, Refrain usw., ihm den Freiraum lassen, wie es früher eigentlich war, nur dass man eben nicht so oft probt. Da fehlten ihm auch die Ideen. Ich glaube, er hat sich auch ein bisschen mit dem Leben hier verschätzt, er ist ja mit seiner Frau seit ein paar Jahren hier herüber gekommen. Die Zeit ist halt vorangeschritten, es läuft halt nicht so wie in den Achtzigern, als er nach China ging. Er wollte das irgendwie weiterleben, was halt nicht möglich ist. Das ist dann auch ein Faktum bei der Musik, das ihm ein bisschen die Arbeitsweise fehlte, seine war konträr zu der unseren. Es hat aber nichts mit dem Stil zu tun, es geht primär um die Arbeitsweise und das ihm die Ideen fehlten. Seine Worte waren da: „Mir macht das so keinen Spaß.“ Er wollte auch kleine Gigs spielen, auch für nothing, aber da haben wir auch gesagt, dass wir uns dann immer frei nehmen müssen oder einen Arbeitstag abblasen müssen, einmal mehr für gar nichts. Das war alles schon recht konträr. Er hat ja danach auch noch Raging Rob gegründet, in China hatte er ja die Band Raging Mob. Da hatte er jedenfalls auch noch Assassin-Songs gespielt, aber auch eigene, die in diese Richtung gingen. Es war einfach ein anderes Bild, wie man heutzutage arbeitet. Es war am Ende eben konträr zu unserem. Das war es eigentlich auch schon.

The-Pit.de: Neuzugang Ingo, in der Szene kein unbeschriebenes Blatt, kommt musikalisch aus einer ganz anderen Ecke, was man auf der Platte nicht unbedingt merkt, live aber voll durchschlägt. Das polarisiert, wie man schnell merkt. Ich selbst hatte dem Ingo auch mal gesagt, dass ich mir kaum vorstellen kann, ob das gut gehen kann. Wie seid ihr auf ihn gestoßen und hattest du auch mal Bedenken, ob es denn der richtige Schritt war?

Scholli: Auf den Ingo sind wir durch unseren Drummer Björn gestoßen. Er kannte ihn auch durch andere Bands und hat ihn auch einfach gefragt, ob er denn Bock hätte, bei Assassin zu singen. Björn wusste, dass Ingo eine große Bandbreite von der Stimme her hatte. Ingo war total begeistert, er war, wie er uns sagte, schon als Kiddie Assassin-Fan. Er kam dann auch zur Probe, wir haben zwei, drei Stücke gespielt. Es passte. Wir hatten vorher nichts gesagt, hatten ihm einfach die Songs gegeben und sagten ihm, dass er das so singen solle, wie er meint. Er hat sie dann auch so gesungen, er versucht auch nicht, den Robert zu imitieren, sondern schon sein eigenes Ding zu machen, aber auch halt nah am Robert zu bleiben. Das fand ich eigentlich ganz gut, ich habe dann auch gesagt, dass es von mir aus passen würde, die anderen waren da auch bei mir. Das ging recht fix. Von der Stimme her kann ich nur sagen, dass ich die anderen Bands, wo er gespielt hat, überhaupt nicht kannte und war deswegen völlig unvoreingenommen. Ich war mal bei ihm zu Hause, da hat er mir andere Sachen vorgespielt und ich fragte nur, ob er denn das sei. Ich war total überrascht, weil ich seine Stimme nicht herausgehört habe, gerade bei ruhigeren Sachen, die es wohl auch mal gab. Das eine oder andere Mal hatte er auch sehr melodisch gesungen, als wir die Songs geschrieben hatten. Da habe ich aber auch gesagt, dass es zwar schön und gut sei und vielleicht auch passen würde, aber nicht zu Assassin. Diesen Sprung sollte man nicht machen. Lieber dann durchknüppeln und vielleicht nicht so super Gesangsmelodien hinlegen, sondern lieber dem Stil treu bleiben. Da haben wir einen guten Mittelweg gefunden. Er fühlte sich vielleicht nicht eingeengt, sagte aber auch, dass er wisse, was ich meine und er sich da ein bisschen zurückhalte. Das war so auch gut. Er hätte gerne viel mehr gemacht und er kann es auch, aber es würde nicht zu Assassin passen.

The-Pit.de: In Oberhausen meinten ein paar Fans an deinem Bühnenverhalten und in deinen Augen analysieren zu können, dass du sehr unglücklich über den aktuellen Assassin-Werdegang bist. Willst du damit mal aufräumen?

Scholli: Erst einmal muss ich dazu sagen, dass ich bei der Show in Oberhausen total unfit war, ich hatte seit eine vollen Woche die Grippe im Körper, aber wir konnten das nicht absagen. Auf gar keinen Fall. Für mich war es nicht so schlimm, ich konnte mich eh ein bisschen zurückhalten, bloß für den Sänger ist das immer scheiße. Wir haben uns da durchgebissen. Was mir ein bisschen auf den Sack ging, war vielleicht einer von den Besagten, der vorne auf die Setlist guckte und einen Song nicht fand. Da sagte er schon, das Konzert sei scheiße. Der stand halt direkt vor mir vor der Bühne und während der Pausen, wo ich auch mal die Gitarre gestimmt habe, kamen dann immer wieder diese ganzen negativen Äußerungen. Das fand ich völlig daneben. Da habe ich gesagt, dass man Assassin nicht in Originalbesetzung erwarten könne, dass wir die Songs so spielen, wie sie heute passen, dass das Assassin heute sind und etwas anderes nicht bieten können. Wenn es nicht gefällt, dann solle man ein Bier trinken gehen und alles ist gut. Das mache ich auch, wenn mir eine Band nicht gefällt. Aber dann wundert es mich, dass sie vorne in der ersten Reihe stehen. Einer blieb dann vorne auch stehen, da kann es dann doch so schlecht nicht sein.

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