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Asphyx im Interview (März 2018)

"...die vielleicht noch besser sind als die Scheiben, die man Klassiker nennt..."

Asphyx live bei ihrer Jubiläumsshow im Essener Turock

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Die Asphyx-Geschichte ist in den dreißig Jahren des Bestehens reichlich gefüllt worden: Personalwechsel, Todesfälle, Auflösung und Reunion – und sicher hat jeder Fan auch einen ganz individuellen Grund, die Todesspezialisten aus den Niederlanden zu schätzen oder gar zu verehren. Wie hat Frontmann Martin van Drunen die Jubiläumsshow aus seiner Sicht erlebt? Und passen Brüste in die MeToo-Debatte?

The-Pit.de: Euer Jubiläumswochenende im Essener Turock ist bei den Fans ja durchweg nur positiv weggekommen, wenn man sich so die ganzen Kommentare auch schon an diesem Wochenende auf Facebook durchgelesen hat. Wie bewertest du diese Erfahrung aus deiner Sicht?

Martin: Wenn man auf der Bühne steht, dann bekommt man sehr schnell ein Gefühl dafür, wie das bei den Leuten so ankommt. Wir hatten alle solch einen Riesenspaß, und damit meine ich alle Beteiligten, auch alle Ex-Mitglieder. Da hat man schon das Gefühl, dass das, was wir hier machen, etwas Besonderes ist. Normalerweise bin ich mir auf der Bühne nicht immer so bewusst, was ich mache. Klar, man hat seinen Spaß, aber man kann ja nicht nachdenken, denn wenn man anfängt zu denken, dann ist man nicht mehr bei der Sache, man ist dann abgelenkt. Ich hatte an diesem Wochenende aber ein paarmal das Gefühl, dass es eben etwas Besonderes ist, und das genieße ich dann auch. Und wenn wir das als Band so fühlen, dann kannst du dich darauf verlassen, dass die Leute genauso fühlen. Das ist typisch Asphyx. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Leute, die dort aufgenommen habe, sich auch sagen: „Ich war dabei, Leute, das verpasst ihr jetzt. Entschuldige, aber hier hast du die Liveaufnahmen.“ Und genau das ist richtig schön.

The-Pit.de: Das macht dann aber eben auch die Atmosphäre in einem kleinen Club, wo die Fans ganz nah dran sind, wo man eben stagediven kann und dabei auch mal Paul in die Gitarre fliegt.

Martin: Das ist bei uns normal, ich persönlich bin ja mit Stagediven aufgewachsen, und das nicht mit eins, zwei, drei Leuten wie an diesem Wochenende, früher gab es da eher zwanzig bis dreißig Leute, da ging es ständig hin und her. Ich muss auch sagen, dass sich die Fans vollkommen korrekt verhalten haben, die haben schon auf die Musiker und die Effektgeräte geachtet, da haben die Musiker ja immer ein bisschen Angst. Aber ja nee, das war super. Genau das ist aber auch das, was ich bei Festivals vermisse. Da stehen diese Gitter, du hast fünf oder zehn Meter Distanz zwischen dir und den Fans, und das ist beschissen. Womit ich aber nicht sagen möchte, das Festivals nicht cool sind zum Spielen, wir waren ja in 2017 auf der zweiten Bühne des Summer Breeze, aber da stehen immer noch zwanzigtausend Leute, wo sehr viele headbangen, und das ist fett. Viele Kiddies, die vielleicht eher Nu Metal oder so hören, die dann aber auch ausrasten. Wir sagen dann immer, dass wir an diesem Tage Seelchen gewonnen haben. Das ist natürlich geil. Aber das alles kommt nicht ran an die Clubshow im Turock. Wie soll man das erklären? Du riechst die Leute, manchmal geben sie dir eine Kippe, da ist eben der Kontakt. Sie können dich auch fühlen, sie können dich auch berühren, ich bin dann immer auch ganz vorne dran, dafür bin ich Frontmann, das mag ich ja auch.

The-Pit.de: Dabei habe ich im Vorfeld zur Show schon ein wenig wahrnehmen können, dass sich bei dir wegen der ganzen Wechsel auf der Bühne Nervosität breit macht. Mit der eigenen Band ist man ja eingespielt, man weiß dann aber nicht, wo der andere so steht, wie sie sich bewegen. Allerdings hat man als Fan die Wechsel gar nicht als Zäsur gemerkt. War das auch für dich im Fluss und gleichzeitig auch willkommene Pause?

Martin: Ich war tatsächlich schon ein bisschen nervös, aber es war dann alles schon Asphyx-mäßig, auch die Jungs, die Ex-Mitglieder, das war alles wieder so natürlich. Als ob das so sein muss. Als ob sie es wussten. Ohne vorher etwas abzusprechen, haben sie ihren Scheiß reingebracht und alles gut. Natürlich, ich musste immer ein bisschen länger ansagen, zwischendurch aber auch mal mein Maul halten und schauen, ob die Jungs ihre Plätze eingenommen haben, sind die Pedale okay, sind die Amps da, dann mach ich ein bisschen meine Witze oder ein bisschen Interaktion mit dem Publikum, schaue dann nach hinten nach dem Motto „Okay, sind die jetzt fertig?“. Das lief alles so selbstverständig, alles so cool. Ich wollte eigentlich bei „Abomination Echoes“, dem Instrumentalsong, beiseite gehen, da waren ja sechs Leute auf der Bühne, aber dann haben die angefangen und ich schaue, einen Meter habe ich noch, das reicht und... (spielt Luftgitarre mit entsprechender lautmalerischer Ausdrucksweise). Das ist dann wieder diese Spontanität, das gehört einfach zu der Band. Auf der Bühne ist das Wort Nervosität dann einfach weg, da gibt es das nicht mehr.

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