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ASP im Interview (November 2015)

"Wer einem ASP-Album nicht mehr als einen Durchlauf gibt, sollte bei weniger anspruchsvolleren Bands besser aufgehoben sein."

Im Oktober fügten ASP ihrer eh schon beeindruckenden Diskographie mit „Verfallen Folge 1: Astoria“ ein weiteres imposantes Werk hinzu, bei welchem die Frankfurter auch neue Töne hören ließen. Nach der erfolgreichen Tour gab Frontmann Alexander „Asp“ Spreng The-Pit.de ein schriftliches Interview zum aktuellen Album.

The-Pit.de: Als erstes meine Glückwünsche zum faszinierenden neuen Album! Mit „Verfallen Folge 1: Astoria“ habt ihr wieder eine Erzählung vertont, wie kam es zur Zusammenarbeit mit Kai Meyer und der Vertonung seiner Kurzgeschichte?

Asp: Nein, das ist ein Missverständnis. Wir haben nicht Kais Geschichte vertont. Kai hat speziell für dieses Album eine Geschichte geschrieben („Das Fleisch der Vielen“), die mir als Inspiration für eine eigene Erzählung diente. Ich habe eine Art Vorgeschichte konzipiert. Das hätte sonst nicht geklappt. Kai hat es in einem anderen Interview schon treffend zusammengefasst, ich zitiere: „Asp hat ja nicht den Soundtrack zur Geschichte geschrieben, das würde auch aufgrund unterschiedlicher Lesegeschwindigkeiten niemals funktionieren.“

The-Pit.de: Die Frage, die sich mir unweigerlich stellt, ist die der Herangehensweise beim Erschließen einer Geschichte. Wie entdeckt man die Erzählung für sich und teilt sie in die entsprechenden Songs ein, die hier mit den „Zwischentönen“ quasi eine weitere Ebene erhält?

Asp: Dazu braucht es minutiöse Planung und viel Disziplin und noch mehr Fleiß. Wie ich das genau mache, das bleibt mein Geheimnis, sorry, hihi. Aber keine Sorge: Es macht trotzdem einen großen Spaß!

The-Pit.de: Für das Album braucht man meines Erachtens mehr als einen Durchlauf, um es in seiner Fülle zu erfassen. Gibt es auch Reaktionen, dass es dem Hörer zu anstrengend ist?

Asp: Natürlich. Die gibt es seit über zehn Jahren zu jedem neuen ASP-Album. Ich weiß nicht, woher die Erwartungen herkommen, es könnte anders sein. Ein ASP-Album ist eben nicht bloße Unterhaltung, auch wenn es unterhaltend sein soll. Es ist ein wenig so, als habe man den fünften dicken Wälzer von Stephen King gekauft, und würde sich immer noch darüber beschweren, dass es gar nicht mehr so ist wie die Novelle „Die Leiche (Stand By Me)“. Zu lang, außerdem zu anstrengend und viel zu gruselig. Außerdem sind doch heutzutage so viele Informationen zugänglich, via Internet und/oder Social Media, da kann man doch im Vorfeld schon rausfinden, ob ein Album etwas für den persönlichen Geschmack ist oder nicht. Keiner muss mehr die schwarze Katze im Sack kaufen. Ich rede mich vielleicht um Kopf und Kragen, aber wer einem ASP-Album nicht mehr als einen Durchlauf gibt oder sich nicht die Mühe macht, das Album wenigstens einmal am Stück zu hören, der ist vielleicht bei einer etwas weniger anspruchsvollen Band auch besser aufgehoben.

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