Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Architects Of Chaoz im Interview (März 2018)

„Aber man weiß schon, wenn man Architects Of Chaoz hört, wo die Reise hingeht“

Interviewparter Gonzo

Zum Thema

Erst wird nach der Listening-Session noch schnabuliert, da sich aber wegen der neuen Langrille „REvolution“ spontan ein paar Fragen auftun, sitzen wir dann doch noch im Aufnahmeraum im kleinen Stuhlkreis zusammen, wobei sich gleich Gitarrist Andreas, Drummer Dom und Bassist Gonzo dazugesellen...

The-Pit.de: Ihr habt zwar vorhin gesagt, dass ihr euch im Guten von Paul Di'Anno getrennt habt, was euch eh die Hälfte nicht geglaubt hat und wohl auch immer so bleiben wird, trotz all eurer Beteuerungen. Paul hat euch aber auch mit dem Debütalbum so manche Tür geöffnet, wie z.B. das Rock Hard Festival 2015. Wie schätzt ihr denn jetzt erst einmal frisch eure Zukunft ein?

Andreas: Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten: Die erste Möglichkeit ist, dass die Leute, die sowieso gesagt haben, dass das alles nicht stimmt mit der gütigen Trennung und so, dass sie weiterhin darauf beharren, oder es gibt die andere Möglichkeit und sie ein „Maiden wiederholt sich“-Thema daraus machen. Mal schauen, wie die Fans das sehen.

Dom: Das ist auch bandintern unsere Meinung. Wir haben im Endeffekt alles gemacht, was im Zuge dessen alles möglich war. Gerade nach dem ganzen Shitstorm, der reingeprasselt ist, haben wir trotzdem T-Shirts von Touren verkauft und das ganze Geld Paul zukommen lassen, weil wir wussten, dass er sich aufgrund seiner Gesundheit in einer finanziell schlechten Situation befindet. Wir haben alles Menschenmögliche getan, um ihm wieder auf die Beine zu helfen. Irgendwann sollten wir eigentlich das Thema Paul Di'Anno ad acta legen. Er hat unsere erste Platte gemacht, er hat eine sehr gute Platte mit uns gemacht, es hat leider nachher nicht weiter funktioniert und es ist trotzdem im gegenseitigen Einverständnis so gelaufen. Was alle anderen erzählen, geht uns eigentlich weiterhin knapp am Arsch vorbei.

Gonzo: Kann ich so unterschreiben.

The-Pit.de: Schwenken wir zur neuen Platte herüber... Das Coverartwork ist sehr düster gehalten, die neuen Songs wirken auf mich nach dem ersten Hören ein wenig düsterer auf mich als noch beim Debüt, für mich geht ihr auch mehr weg vom Power Metal in Richtung Hard Rock. Bei Titta, eurem neuen Sänger, höre ich u.a. eine Mischung aus Dave Mustaine und Johnny Gioeli. Wie seht ihr das?

Dom: Titta hat eine sehr große Bandbreite, er singt halt alles, er kann auch alles singen, was menschenmöglich ist, er ist in keinster Weise limitiert. Das hat sich bei uns auch auf das Songwriting niedergeschlagen, wir sind relativ frei an die Sachen dran gegangen, ohne irgendeinen Hintergrund zu haben, was wir überhaupt machen könnten, welche Musik wir überhaupt schreiben könnten. Wir wussten, wir haben da jemanden, der im Endeffekt alles singen kann. Deswegen hat sich das Songwriting auch in diese Richtung strukturiert.

Andreas: Paul hat eine Range, die geht von hier bis hier (und fuchtelt mit den Armen herum). Dann kommt ganz lange gar nichts und dann die hohen Dinger. Titta kann dagegen auch alles dazwischen bedienen, weil er die komplette Range hat. Das bedient er natürlich sehr sehr gut. Mit Titta kann man auch viel zwischen den Melodien etwas machen. Das war vom Songwriting her natürlich auch schon etwas anderes.

The-Pit.de: Gonzo, „The Pulse Of The Sun“ ist komplett auf deinen Mist gewachsen und ragt wie auch die alte Nummer „Into The Fire“ aus dem restlichen Songmaterial heraus. Hast du die Nummer rein nach deinem Gusto geschrieben oder hast du beim Arrangement gleich auch an Titta gedacht?

Gonzo: Nee. „Into The Fire“ ist im Grunde am Ende der „The League Of Shadows“-Sessions entstanden, der erste Song, der eigentlich schon für das neue Album stand. Er war kein Überbleibsel der letzten Session, sondern im Grunde der erste, den wir nach den Sessions angefangen haben. Wir haben lose Ideen gesammelt, dann kam die Situation, dass wir einmal ohne Sänger dastanden, was sich dann auch über ein Jahr gezogen hat. Wir haben weiter fleißig weiter Ideen gesammelt, aber nicht ausgearbeitet. Wir hatten einen Riesenfundus an Songfragmenten, die einfach ohne bestimmten Sänger geschrieben waren oder wo wir einen im Kopf hatten. Den Song „The Pulse Of The Sun“ hab ich erst einmal für mich geschrieben, habe ihn den anderen vorgestellt und es war klar, unser neuer Sänger kann den umsetzen. Wir haben dann schnell aus einem Berg von 20 Songfragmenten 13 ausgesucht, auf die wir uns gemeinsam verständigt haben, und die dann auch ausgearbeitet. Anschließend ging es ab Februar 2017, seitdem Titta dabei war, ans Eingemachte: Schreiben, arrangieren, verwerfen. Das war wirklich eine Bandangelegenheit, wir haben ausgetauscht, viel probiert, ganz ehrlich und offen die Meinung dazu gesagt, und wenn einem ein Song nicht gefiel, dann fiel er entweder raus oder es wurde abgestimmt. Es war ein sehr kreativer Prozess, jeder in der Band war involviert und hat sich auch eingebracht. Es ist tatsächlich ein Bandalbum mit ganz vielen Ideen, sogar die Texte sind auf ganz unterschiedlichen Schultern gewachsen. Die Songs sind auch von unterschiedlichen Leuten geschrieben, aber jeder hat etwas bei den Arrangements beigesteuert. Von daher ist es wirklich ein Bandalbum, das wir einfach mit einer Menge Stärke zusammen geschrieben haben.

The-Pit.de: Ihr drei spielt ja schon sehr lange zusammen und hattet auch schon als Backing-Band bei Paul Di'Anno funktioniert. Ihr kennt euch in- und auswendig, wie aber passte es mit Titta, musste sich das am Anfang auch erst ein bisschen einspielen, gerade bei dem Stichwort Bandleistung?

Andreas: Das funktionierte gleich von Anfang an. Joey, Gonzo und ich sind nach Rom geflogen, um ihn kennenzulernen, wir wussten zwar von den Aufnahmen her wie er singt, wollten aber auch schauen, ob es menschlich passt. Nach fünf Minuten war schon klar, dass es wie die Faust aufs Auge passt. Immer wenn wir neue Songs instrumental fertig hatten, schickten wir sie ihm und abends kamen sie schon wieder zurück. Er war sofort dabei, hätte er in Deutschland gewohnt, hätten wir wahrscheinlich im Proberaum alles zusammen gemacht.

Dom: Ich hatte den ersten Kontakt mit Titta per Telefon, nachdem Schmier mir die Nummer gegeben hatte. Wir hatten also zuerst telefoniert und ich wusste schon in diesem Telefonat, dass von meiner Seite aus alles klar geht, dabei hatte ich noch keinen Ton gehört. Ich wusste aber ganz genau, dass das funktioniert. Ich hab so etwas nie, aber in dem Moment wusste ich ganz genau, dass es funktionieren wird und ich habe mich da auch nicht getäuscht.

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Erneut eine eindrucksvolle Bewerbung um den Titel „Konzert des Jahres“

Vom pinkfarbenen Cover hin zum Boxen

Das Wandern ist des Metallers Lust

Refuge, Teutonic Slaughter und Kadaverficker beim Saunafest