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Amorphis im Interview (Dezember 2013)

Eine lange, lange, lange Reise

The-Pit.de: Manche Leute betrachten Tägtgrens Produktionen als etwas steril. Wie siehst du das?

Jan: (stöhnt) Na ja, vielleicht, aber ich weiß nicht… Ich finde, es klingt verdammt heavy, gerade verglichen mit den vorigen vier Alben. Meiner Ansicht nach hat der Sound mehr Schärfe. Man kann ihn möglicherweise steril nennen, aber es ist halt ein ziemlicher In-your-face-Sound. Aber er ist ein moderner Metal-Produzent und so wird moderner Metal heutzutage nun einmal gemacht. Für mich klingt das Album sehr heavy und auch frisch, denn bei den Alben davor haben wir eigentlich immer mit den gleichen Methoden gearbeitet: dasselbe Studio, derselbe Gesangsproduzent und solche Sachen. Und diesmal haben wir viele Dinge anders gemacht; nicht nur dass wir einen anderen Produzenten genommen haben, wir sind auch in ein anderes Studio gegangen – drei, um genau zu sein.

The-Pit.de: Ihr wolltet also einfach mal was komplett anderes machen.

Jan: Nicht komplett, denn es klingt ja immer noch nach Amorphis, aber wir wollten quasi das Glas mal ein wenig durchschütteln und sehen, was passiert und die Dinge interessant und frisch zu gestalten – auch für uns. Denn wenn man immer nur dasselbe macht, wird es irgendwann langweilig und eintönig. In diesem Sinne war es eine sehr gute Entscheidung. Vorher haben wir in Helsinki aufgenommen und wenn die Drums im Kasten waren, gingen alle heim. Dieses Mal hingegen sind wir aufs Land gefahren – und da kann man nirgendwohin abhauen, sodass wir quasi 24/7 an Songwriting, Arrangements etc. gefeilt haben. Wir haben in diesem Studio auf dem Land gemeinsam mit Peter einfach mehr Arbeit in die Songs gesteckt. Danach sind wir in unser eigenes Studio gefahren und haben da weiter gearbeitet, waren dann für die Keyboards in noch einem anderen Studio, wo wir Original-Hammondorgel-Sounds, Kirchenorgel, Klavier und Seventies-Vintage-Keyboards aufgenommen haben. Wir haben, wie angedeutet, diesmal ganz anderes Equipment als zuvor verwendet; ich glaube, es gibt mehr Variabilität in den Sounds.

The-Pit.de: Was ihr außerdem verändert habt, ist das lyrische Konzept. Zuvor habt ihr meistens Texte aus der Kalevala, dem finnischen Nationalepos, als Basis für die Lyrics genommen, was diesmal nicht der Fall ist. Kannst du etwas über die Texte sagen?

Jan: Nun, ich bin nicht der Texter, von daher ist das nicht so einfach, aber ich kann’s versuchen (lacht). Tatsächlich wurden die Texte der vier vorigen Alben von Pekka Kainulainen geschrieben – abgesehen von „Eclipse“, dort stammen sie von Paavo Haavikko, allerdings basieren alle Stories auf der Kalevala. Diesmal sind es Stories von Pekka selbst, auch wenn die Atmosphäre und die Stimmung auf jeden Fall Einfluss von der Kalevala besitzt – so ein wenig folkloristisch und magisch. Doch wie gesagt, es sind seine eigenen Geschichten und grundsätzlich geht es um die Überlebensgeschichte eines Mannes; inmitten von Tragödien und Unfällen kannst du durch eine spirituelle Führung einen neuen Pfad finden. Es ist so eine Art multidimensionale Geschichte. Aber bevor ich das hier den ganzen Abend über erkläre, schlage ich vor, dass du die Texte am besten selbst liest – ich hab sie schon etliche Male gelesen und hundert verschiedene Interpretationsmöglichkeiten entdeckt. Möglicherweise findest du eine ganz andere Interpretation für dein eigenes Leben oder das Leben eines anderen; man kann da wirklich neue Dinge drin entdecken, wenn man nur tief genug wühlt.

The-Pit.de: Wie kam es eigentlich dazu, dass Pekka die Texte schreibt, denn er ist ja kein offizielles Bandmitglied? Auf euren alten Alben hat euer früherer Sänger Pasi Koskinen ja zum Beispiel alle Texte selbst geschrieben.

Jan: Das liegt schlicht daran, dass unser jetziger Sänger Tomi einfach nicht gerne Texte schreibt. Als er in die Band einstieg, sagte er: „Jungs, ich werde auf keinen Fall irgendwas schreiben, denn ich bin kein guter Texter!“ Also meinten wir nur, okay, dann brauchen wir einen zusätzlichen Textschreiber. Vielleicht wären andere in der Band sogar dazu in der Lage gewesen, aber wir dachten, es wäre besser, dieses Feld jemand Professionellem zu überlassen, der das gut kann und nicht irgendwelchen Scheiß schreibt (lacht).

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