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Abandoned im Interview (August 2007)

Waschmaschinen und Metal
Zum Thema

Thrash, die Zweite, diesmal in Interviewform dargereicht.

Die Abandoned-Hälfte Holg und Kalli weiß beachtlich elegant und gleichzeitig angenehm bodenständig auf meine Fragen zu Antworten.

 

 

The-Pit.de: Hi Jungs, nette Frage zum Warmwerden: Was würdet ihr auf die Behauptung antworten, ihr würdet uninnovative Musik machen?

 

 

Holg: Naja, das stimmt ja schon irgendwie. Wir machen Old School Thrash, den gibt`s seit den 80ern und wir hatten nie die Intention das ganze neu zu erfinden oder zu definieren. Wir wollten einfach das machen mit dem wir aufgewachsen sind…nicht mehr und nicht weniger.

 

 

The-Pit.de: Wenn man Abandoned im Wörterbuch nachschlägt, liest man: Aufgegeben, verlassen; wer oder was hat euch genau verlassen oder aufgegeben? Wie ist es überhaupt zu einem Zusammenfinden der Bandmitglieder gekommen?

 

 

Holg: Der Name hat keine tiefere Bedeutung. Ich bin durch den gleichnamigen Vicious Rumors Song das erste mal über das Wort gestolpert. Wichtig war ein Wort, das finde ich besser als halbe Sätze. Der positive Nebeneffekt war, das wir alphabethisch auch immer ganz vorne auftauchen. That`s it…

 

 

Kalli: Initialzündung war ein Treffen von Holg und mir auf einem Gamma Ray-Konzert anno 1999 in Offenbach in der Hafenbahn (R.I.P.). Wir haben uns über unsere gegenwärtigen Bands unterhalten und beschlossen, uns für einen kleinen Jam zu verabreden. Der hat dann soviel Laune gemacht und dabei ist schon unser erster gemeinsamer Song („Demonic“, zu finden auf „Thrash Notes“) entstanden. Über andere Bekannte und Kleinanzeigen sind dann noch Konny und Günt dazugekommen, so dass wir 2000 komplett waren.

 

 

The-Pit.de: Der primäre Einfluss dürfte überdeutlich sein; welche Musik hört ihr noch außer 80er Metal?

 

 

Holg: 80er Hard Rock... :-) Bei mir isses quer Beet. Von Kiss und Slade geht´s bis Dimmu Borgir rauf, zwischendurch gerne auch mal Deutschrock: BAP, die Ärzte höre ich auch gerne. Je nach Stimmung und Laune, hauptsächlich aber schon 80er Metal und Thrash.

 

 

Kalli: Yeah, so isses. Vorwiegend Speed und Thrash aus den 80ern, NWOBHM, ich finde aber auch - Accept, Arch Enemy, Wolf, Candlemass oder The Order - saustark.

 

 

The-Pit.de: Welchen Stellenwert hat es für euch, oldschoolige Musik zu machen; ist es euch wichtig, dass Oldschool stets zu einer Randerscheinung gehört, um immer einen vordergründigen Trend "vorwärts" zu gewährleisten oder sollten sich mehr Bands auf Althergebrachtes verlassen?

 

 

Holg: Ich denke das bleibt jedem selber überlasen. Wenn man auf Althergebrachtes steht, dann soll man das auch machen. Wenn man auf modernes oder trendy Zeug steht ist das auch OK. Ich denke es ist nicht schlecht, wenn man weiß, woher es kommt. Mann muss ja nicht alles gut finden, aber etwas Backgroundwissen sollte man sich schon aneignen. Zumindest wenn man mit seinem favorisierten Stil hausieren geht. Wenn man wirklich nur Radio- und Chartmucke als Hintergrundberieselung hört, isses eigentlich Wurscht. Wenn man z.B. als Metalcore Fan Slayer oder etliche 80er Crossover Bands nicht kennt oder bewusst ignoriert, dann is das schon recht albern…denn daher kommt die Musik ja.

 

 

The-Pit.de: Wenn ihr einen eurer Sinne verlieren müsstet, welcher wäre das und warum?

 

Holg: Den Geruchssinn, das würde es im Proberaum schon etwas leichter machen. Der Geschmack bleibt ja noch... :-) Alles andere wäre schon ein herber Verlust!

 

 

Kalli: *lach*

 

 

The-Pit.de: Ihr hattet einige beeindruckende Namen in eurer Festivalkartei stehen; welches Ereignis ist dabei am meisten in euren Hirnen haftengeblieben?

 

 

Holg: Auf jeden Fall der Gig `05 auf dem Rock Hard Festival. Das war ja noch vor unserem Deal, als wir diesen unsäglichen SimEvil-Kontest gewonnen haben. Der Laden ist da mittlerweile pleite und jeder Band noch die Gema schuldig. Aber egal…die Show auf dem Rock Hard Open Air war unschlagbar! Mit Sprechchören und Stagedivern bis zum Abwinken! Geil war auch die Show auf dem Earthshaker im gleichen Jahr, da sind wir direkt nach Manowar in der Halle aufgetreten. Manowar waren mies, das Wetter auch und die Halle schön voll! Klasse!

 

 

The-Pit.de: Wie in meinem Review angedeutet, zeichnen sich doch auch gewisse Parallelen zu deutschen Metalbands wie Destruction, Rage oder Kreator ab; ist eine baldige, nähere Zusammenarbeit wünschenswert oder geplant?

 

 

Holg: Mit Destruction haben wir schon bei uns in der Gegend gespielt, das war auch noch vor unserem Deal. Hm…an irgendwelche Gastauftritte haben wir noch nicht gedacht…wäre aber mal was…

 

 

The-Pit.de: Inwiefern denkt Ihr, wird euch euer aktuelles Album weiter voran bringen?

 

Holg: Letztes Jahr hat`s mit den Open Air Auftritten ja nicht so geklappt. Wir hoffen das es dann im nächsten Jahr mal wieder klappt. Endlich mal bei einem der ganz Großen auf der Hauptbühne wäre auf jeden fall mal was.

 

 

The-Pit.de: Was fällt euch Erwähnenswertes zu Entstehung, Bedeutung oder Hintergründen von den folgenden Songs ein:

We Are in Hell?

Sands Of Time?

Feel The Fire?

VOD Reprise?

 

 

Holg: Kalli, da kommst du nicht drum herum…bitte kommentieren Sie…

 

 

Kalli: Na gut. „We Are In Hell“ handelt von der Überlegung, dass in den verschiedensten Religionen dieses Bild der Hölle existiert, in die man kommt, wenn man sich im Leben nicht anständig benimmt. Nur kommt es mir manchmal so vor, dass es auch in der Hölle nicht grausamer sein kann als gegenwärtig auf diesem unserem Planeten. Also muss DAS hier die Hölle schon sein. Deshalb: Aufatmen, schlimmer kann’s nicht werden, haha!

Bei „Feel The Fire“ habe ich versucht, den ganzen Spaß und das Feuer, das wir im Arsch haben und gerne auf den Bühnen dieser Welt spazieren tragen, zu beschreiben. Hier geht’s um 24/7 METAL!

Nun, unsere Outro „V.O.D. Reprise“ war einfach als akustisches Schmankerl gedacht. Eigentlich als Outro des Songs „Visions Of Death“ konzipiert, hatte Konny die Idee, es ans Ende der CD zu setzen und eine Art Bogen zum Beginn der Platte zu spannen. Hier sieht man aber sehr schön, dass unser Gebolze auch durchaus mit Akustikgitarren, von Reißverschlüssen mal ganz abgesehen, gespielt werden kann (Tenacious D lässt grüßen).

In „Sands Of Time“ untersuchen wir den proportionalen Zusammenhang zwischen Zeit und subjektivem Vorankommen. Es ist eine naturwissenschaftliche Abhandlung, der sowohl physikalische wie auch metaphysische Überlegungen zugrunde liegen. Kurz: Je länger man existiert, desto weniger Zeit hat man. Und man vergisst viel. Ich jedenfalls. Ich denke, dieser Song macht die Relativitätstheorie auch für den Laien verständlich. So!

 

 

The-Pit.de: Wird euer drittes Album wieder "Thrash" in Namen tragen?

 

Holg: Logisch wäre es natürlich schon, mal sehen was uns bis dahin enfällt. Wir hatten überlegt ob wir das so durchziehen, aber richtig fest steht das noch nicht.

 

 

Kalli: Für mich schon!

 

The-Pit.de: Eines eurer Promopics zeigt euch auf Waschmaschinen posen. Sind Waschmaschinen das kommende Metalding, so mit deutlichem Rush-Einfluss, quasi?

 

 

Holg: Die Bilder mit den Waschmaschinen sind ja noch aus der Zeit unseres „Misanthrope“ Demos, aber die werden immer noch gerne genommen. Groß verändert haben wir uns ja noch nicht. Ja aber definitiv, Waschmaschienen sind Metal! Vielleicht wird die nächste CD ein Konzeptalbum über Textil-Hygiene!

 

 

The-Pit.de: Was wird 2007 erscheinen, was sich eurer Meinung nach absolut zu kaufen lohnen wird?

 

Holg: Hoffentlich mal wieder eine neue Testament! Vielleicht klappt`s mit der neuen Laaz Rockit noch und auf jeden Fall die Kissology DVD…

 

 

The-Pit.de: Ich überlasse euch fünf abschließende Worte zum tiefgründigen Abschlussstatement...

 

 

Kalli: Thrash, Fuck, Die in Dignity!

 

 

Soviel dazu, ich verbleibe bis zur dritten Thrash-Episode und bedanke mich.

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