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A Saving Whisper im Interview (Juli 2016)

"Zu sehen wie ein Mädchen weint, weil sie von der Musik berührt wird, ist ein seltsames Gefühl..."

Das wunderschöne Artwork der "Neverlandscapes"-Scheibe

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The-Pit.de: Hey Hannes, vielen Dank für deine Zeit! Stell dich und die Band doch mal kurz vor, bitte – und erklär mir doch bitte auch gleich, woher der geheimnisvolle Bandname kommt.

Hannes: Wir sind fünf Jungs, die seit ihrem 17. Lebensjahr zusammen Musik machen, abgesehen von Luis, der kam erst vor ein paar Jahren dazu. Nächstes Jahr werden es dann 10 Jahre, das wir zusammen Musik machen. Man kann also sagen, dass wir uns alle seit unserer Jugend zusammen mit der Band und unseren Einflüssen auseinandersetzen und großen Wert darauf legen, dass für die Freundschaft mindestens genau so viel Zeit übrig bleibt wie für die Band. In der letzten Zeit haben wir vor lauter organisatorischem Kram kaum Zeit mal über andere Dinge zu reden, die uns wichtig sind. Für mich persönlich, als Einzelkind, sind die Jungs aber wie meine Geschwister. Das mit dem Bandnamen ist gar nicht so spektakulär. Den hab ich mit 16 einfach mal vorgeschlagen und seitdem heißen wir so. Für uns bedeutet er so viel wie, dass man etwas Hoffnungsvolles macht. Das mit dem „Whisper“ ist dann aber im größeren Kontext zu sehn, da wir ja nicht unbedingt leise sind. Aber wenn man die laute Welt dazu in Relation setzt, dann sind wir nur ein kleines, unbedeutendes Flüstern.

The-Pit.de: Der Titel „Neverlandscapes“ beschwört ja schon beim Lesen bestimmte Bilder herauf, die sicherlich bei jedem anders ausfallen – wegen „Neverland“ musste ich gleich an Peter Pan denken. Wie kam der Albumtitel zustande?

Hannes: Mein erster Gedanke war auf jeden Fall nicht Peter Pan. Ich hatte eher die Vision von einem Abbild einer Welt, die als allgemeiner Entwurf gesehen werden kann, in dem jeder einen Teil seiner eigenen Erfahrungen wiedererkennt, egal ob man es als großes Ganzes sieht oder als einen kleinen Ausschnitt. Vor allem durch den Film Synecdoche, New York habe ich für mich den Ansporn bekommen etwas zu machen, was etwas Wahres und Ganzheitliches ausdrückt, wo man in jeder Lebenslage einen anderen Aspekt für die Interpretation des Albums findet. Der Verlauf des Albums ist ein Prozess, der auch für jeden anders auslegbar sein soll. Auch innerhalb der Band hat jeder ein wenig andere Interpretationen von seinen Neverlandscapes. Das was daran Peter Pan-mäßig ist für uns, ist wenn dann die Tatsache, dass wir, wenn wir das Album anhören oder es live spielen auch an die Zeit zurückdenken, in der es entstand und wie wir uns in dieser Zeit entwickelt haben und was wir erlebt haben.

The-Pit.de: Das Artwork, vor allem die Bookletgestaltung, finde ich wahnsinnig schön, und mit dem kleinen Fenster auf der Front habt ihr auch einen ziemlichen Wiederkennungswert, schließlich haben das nicht viele Bands. Verantwortlich für das Artwork ist Max Löffler, der auch schon für Donots und Death Cab For Cutie designed hat. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Hannes: Ich hatte von Anfang an eine Landschaft im Kopf, die den Verlauf des Albums zeigt. Wir hatten zwar noch andere Ansätze, aber ich wollte das unbedingt durchsetzen. Während der Studiozeit im August 2015 hab ich mit Jan Kerscher von Ghost City auch über das Artwork geredet und er meinte, dass Max der richtige Typ dafür wäre. Wir alle hatten den Stil vom Artwork von TOGETEHER schon total abgefeiert und konnten uns das auch gut für Neverlandscapes vorstellen. Nachdem das Album aufgenommen war, haben wir uns dann bewusst auch noch ein Jahr Zeit gelassen bis zum Release um alles umsetzen zu können, was wir uns gestalterisch vorgenommen haben. Die Idee mit dem Raum ist auch noch ein sehr wichtiger Bestandteil des Artworks. Der soll ja mehr oder weniger unser Skull Sized Kingdom sein, wie David Foster Wallace es mal genannt hat in seiner „This is water“-Rede, also unser Kopf, in dem wir der Herrscher sind über das, wie wir die Welt wahrnehmen und auch wahrnehmen wollen. Wer sich die Hinterseite ansieht, der sieht eine brennende Wand. Das ist die Betrachtung des Raumes von der anderen Seite aus. Also von der Landschaft aus Richtung Raum, um festzustellen, dass die seitlichen Wände eigentlich auch nur unsere eigenen Grenzen sind, die wir uns setzen. Im Grunde ist es ja nicht möglich seinen Kopf zu verlassen, aber das Artwork soll diesen ganzen Komplex von Innen- und Außenwelt transzendieren. Pascal und ich haben uns lange zusammen hingesetzt und uns die Einzelheiten aufgeschrieben, wie das Artwork dann umgesetzt werden soll. Eigentlich wollten wir das ganze Artworkprojekt nicht ganz aus der Hand geben, was dann oft auch vielen Gesprächen bedurfte und letztendlich auch großes Vertrauen in einander, dass wir uns beidseitig auf diese umfangreiche Aufgabe eingelassen haben. Manchmal war es auch schwierig einem Künstler wie Max so viele Details vorzugeben, aber letztendlich waren alle mit der Umsetzung mehr als zufrieden. Wir haben anfangs auch dazu gesagt: „Mach, dass es ein bisschen an Werke von Caspar David Friedrich erinnert“. Zuletzt war uns dann noch wichtig, dass das Ganze mit hochwertigem, mattem Papier hergestellt wird, damit das aufwändige Artwork auch richtig zur Geltung kommt.

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