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36 Crazyfists im Interview (Juni 2006)

36 verrückte Fäuste und der harte Weg zum Erfolg
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Über neue Alben zu sprechen ist eigentlich immer ein Erlebnis, besonders dann wenn ein Album auch noch unglaublich gut ist, wie im Fall von “Rest Inside The Flames”, dem bereits dritten Studioalbum der 36 Crazyfists aus Alaska. Kurz vor ihrem Auftritt in der Bochumer Zeche, als Support von Trivium, stand uns der sympatische Frontmann Brock Lindow Rede und Antwort.

 

The-Pit.de: Hi Brock. Wie geht’s dir? 

 

Brock: Mir geht’s sehr gut.

 

The-Pit.de: Zunächst möchte ich euch zu eurem neuen Album “Rest Inside The Flames gratulieren, welches in meinen Augen zu den bisher eindrucksvollsten Metal-Veröffentlichungen des Jahre zu zählen ist. Was denkst du persönlich über “Rest Inside The Flames”?  

 

Brock: Vielen Dank, das hört man immer gerne. Ich sehe “Rest Inside The Flames” als eine Art Sammlung von Metal-Songs an. Wir sind sehr zufrieden mit dem Album und einfach nur froh, dass es endlich erschienen ist.

 

The-Pit.de: Im Vergleich zu euren ersten beiden wirklich guten Alben, zeugt “Rest Inside The Flames” meiner Meinung nach von einer noch höheren Qualität. Das Songwriting wirkt ausgereifter und kraftvoller und auch deine Vocals scheinen sich noch mal stark verbessert zu haben. Wo siehst du die größten Unterschiede bzw. die größten Entwicklungen der Band?  

 

Brock: Es ist eigentlich normal, dass sich Bands im Laufe der Jahre verbessern, was das Songwriting und die Vocals angeht. So sieht der Plan aus, auch wenn wir uns keine großen Pläne machen. Für uns ist es einfach wichtig, damit anzufangen neue Alben zu machen und wir hoffen dabei immer besser zu werden. Unser Hauptfokus bei dem Album lag darin, die harten Parts einfach noch härter zu machen und vielleicht die eher eingängigeren noch eingängiger zu gestalten. Wir versuchen ständig neue Fans mit unserer Musik zu gewinnen und wollen unsere alten Fans natürlich auch behalten. Man wird von uns auch kein Album finden, welches sich völlig von dem entfremdet, was wir momentan machen. Wir sind seit 12 Jahren eine Band und wollen uns einfach nur verbessern, da gibt es keinen wirklich Plan hinter. Was passieren soll, passiert einfach.

 

The-Pit.de: Um noch einmal zu deinen Vocals zurückzukommen. Die Verbesserung dieser ist nämlich enorm. Hast du damit begonnen Gesangsunterricht zu nehmen? 

 

Brock: Nicht wirklich. Ich habe vielleicht 6 Unterrichtsstunden genommen, aber eher um meine Stimme zu schützen und nicht um ein besserer Sänger zu werden.

 

The-Pit.de: Wie verlief denn die Zeit im Studio, war es eher entspannend oder gab es auch einen gewissen Druck seitens der Fans oder der Plattenfirma? 

 

Brock: gab absolut keinen Druck. Wir haben uns zurückgelehnt und einfach nur Musik gemacht, was uns immer noch unheimlich viel Spaß macht. Es ging einfach nur darum, eine gute Platte einzuspielen und damit Leute zu überraschen bzw. die Fans, welche uns seit Jahren begleiten, mit dieser zu erfreuen. Gut, vielleicht ist das auch ein gewisser Druck für uns, aber darüber machen wir uns eigentlich überhaupt keine Sorgen.

 

The-Pit.de: Wie verlief denn eure Europatour, zusammen mit Trivium und Devildriver (z.B. bei den ersten drei Deutschland-Konzerten), bisher? 

 

Brock: Die Tour läuft großartig. Wir sind jetzt knapp einen Monat in Europa und die Shows mit Trivium und auch Devildriver, welche gute Freunde von uns sind, machen einfach Spaß. Das Publikum war genial. Es ist auch schön zu sehen, dass wir immer mehr Fans gewinnen, die auf unsere Konzerte kommen und unsere Songs mitsingen, was das Größte für uns überhaupt ist. Das ist wirklich überwältigend. Es war einfach klasse hier. Die Tour ist ja so gut wie vorbei und dann gehen wir sofort in den Staaten wieder auf Tour. Ich schätze mal, dass wird ein ziemlich langes Jahr für uns werden (lacht).

 

The-Pit.de: Ist es eigentlich etwas besonderes, Konzerte in Deutschland zu spielen, z.B. bei unseren großen Festivals wie Rock Am Ring oder Rock Im Park, oder ist es bei uns nur wie in den anderen Ländern auch? 

 

Brock: Es ist schon allein aufgrund der Tatsache, dass wir aus Anchorage, Alaska kommen, etwas Besonderes für uns und früher hätten wir uns nicht mal in unseren kühnsten Träumen ausgemalt, jemals nach Deutschland kommen zu dürfen. Wir waren schon einige Male hier und es ist für uns immer wieder ein Erlebnis zu sehen, wie viele Leute zu unseren Konzerten kommen. Rock Am Ring und Rock Im Park haben uns sehr viel Spaß gemacht. Es war überwältigend, vor einem so großen Publikum zu spielen. Außerdem kommen meine Verlobte und ihre Familie aus Deutschland, deswegen habe ich sowieso ein enges Verhältnis zu diesem Land und es ist einfach cool, hier zu sein.

 

The-Pit.de: Es wurde ja nun schon einige Male angesprochen, dass ihr aus Alaska kommt. Gibt es dadurch Probleme mit der Verbreitung eurer Musik im restlichen Teil der USA, immerhin ist Alaska ja ziemlich weit von diesem ohnehin schon großen Land entfernt?  

 

Brock: Auf jeden Fall ist und war es nicht einfach für uns, da wo wir herkommen, denn niemand interessiert sich wirklich für Bands aus Alaska (lacht). Du musst es einfach alleine schaffen, so wie wir das gemacht haben, indem wir eine Band gegründet und viel gearbeitet haben. Es ist sicherlich nicht einfach, aber ich denke, dass es auch im mittleren Teil der USA, wo es hauptsächlich Kleinstädte gibt, nicht viel einfacher ist. Ich würde es mit deutschen Bands vergleichen, die versuchen, in Amerika Erfolg zu haben. Du musst einfach hart arbeiten und hoffen, dass diese sich letztendlich bezahlt macht.

 

The-Pit.de: Um mal wieder zu eurem Album zurückzukommen. Gibt es eine musikalische oder lyrische Verbindung zwischen eurem letzten Album “A Snow Capped Romance” und “Rest Inside The Flames”? 

 

Brock: Eine Verbindung ist auf jeden Fall, das ich immer noch Texte über Hoffnung und Optimismus schreibe. Ich wache immer noch morgens auf und merke, dass es Dinge gibt, für die es sich zu leben lohnt. Auf diesem Weg befinde ich mich immer noch und ich werden auch an diesem Weg festhalten. Ich denke, das ist die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden Alben, wenn man mal davon absieht, dass auf beiden Covern das Herz zu sehen ist (lacht).

 

The-Pit.de: Wie würdest du selbst den Stil eurer Musik beschreiben? Würdest du sagen, es ist Emocore, Metalcore oder eins dieser ganzen Genres? 

 

Brock: Sowas interessiert uns eigentlich überhaupt nicht, wir sind einfach nur eine Rockband, die Metal liebt. Wir waren schon immer eine sehr melodische Band, die auch gerne Mal härtere Klänge anschlägt. Diese ganzen Genres wie Emo, Screamo, Metalcore, Nu Metal oder was auch immer, sind für mich total irrelevant, weil es eh so ist, dass diese Richtungen jede Woche neu benannt werden. Alles, was mich interessiert, ist eine positive Verbindung zu den Leuten aufzubauen.

 

The-Pit.de: Gibt es besondere Bands, die dich persönlich beeinflusst haben? 

 

Brock: Ja klar, Metallica beispielsweise sind überhaupt der Grund, warum ich in einer Band bin. Des weiteren Bands wie Pantera, Alice In Chains, Faith No More oder Soundgarden, aber auch The Cult, Journey, RATT, Twisted Sisters, ich liebe Bands aus den 80ern. Wenn es eine Band gibt, mit denen man unsere Musik am ehesten vergleichen kann, dann denke ich sind das die Deftones, denn unsere Musik klingt ja nicht nach Metallica. Jeder hat seine Einflüsse, so auch ich.

 

The-Pit.de: Die Resonanzen zu “Rest Inside The Flames” waren hier in Europa allesamt ziemlich gut, wie sah es denn in den USA aus? 

 

Brock: Das Album ist leider in den USA noch gar nicht erschienen, die kommt erst im weiteren Verlauf des Jahres. Aber normalerweise, um ganz ehrlich zu sein, sind die Kritiken dort nicht immer so gut. Hier drüben in Europa wurde das Album sehr positiv aufgenommen, wofür wir sehr dankbar sind.

 

The-Pit.de: Hast du bestimmte Pläne oder Wünsche, was die Zukunft der 36 Crazyfists anbelangt? 

 

Brock: Ach, eigentlich nicht. Wir wollen einfach weiterhin Fans für uns gewinnen und wir sind nicht darauf aus, große Rockstars zu werden. Wir sind auch nicht darauf aus, die nächsten Metallica zu werden. Wir sind einfach ein verrückter Haufen, der Musik liebt und wollen, dass die Leute erkennen, dass wir alle die selbe Luft atmen.

 

The-Pit.de: Möchtest du zum Ende des Interviews noch ein paar Worte an eure deutschen Fans richten? 

 

Brock: Ich möchte mich bei euch allen dafür von Herzen bedanken, dass ihr unsere Platten kauft und zu unseren Shows kommt. Wir genießen es bei euch Konzerte zu spielen und lieben es in diesem Land zu sein. Vielen Dank dafür.

 

The-Pit.de: Brock Lindow kommentiert die einzelnen Songs von “Rest Inside The Flames”: 1. I’ll Go Until My Heart Stops:

 

 

Brock: In dem Song geht es hauptsächlich darum, dass ich morgens aufwache, in einer positiven Stimmung, obwohl es in der Welt nicht nur Positives gibt. Bei “I’ll Go Until My Heart Stops” geht es auch darum, das man manchmal fällt und trotzdem gibt es da eine Stimme, die dir sagt, du sollst weitermachen ohne aufzugeben.

 

The-Pit.de: 2. Felt Through A Phone Line: 

 

Brock: Es geht darum, getrennt von meiner Verlobten zu sein, etwas ganz Alltägliches und ein großer Bestandteil unserer Beziehung.

 

The-Pit.de: 3. On Any Given Night: 

 

Brock: Der Song handelt ebenfalls davon, von meiner Verlobten getrennt zu sein und wie ich damit umgehe und es geht auch darum, wie hart es ist, von Zuhause weg zu sein.

 

The-Pit.de: 4. Elysium (feat. Howard Jones [Killswitch Engage]): 

 

Brock: In diesem Song geht es darum, an sich selbst zu glauben und niemals aufzugeben, koste es, was es wolle. Einfach einer dieser typischen Songs.

 

The-Pit.de: 5. The Great Descent: 

 

Brock: Es geht um das Ende der Welt. Du sitzt vor dem Fernseher, schaust zu lange die Nachrichten und siehst die schlechten Dinge, die auf der Welt passieren. Das kann dich ziemlich depressiv machen.

 

The-Pit.de: 6. Midnight Swim: 

 

Brock: Es geht einfach darum, in einem freien Land, wie beispielsweise Deutschland oder den USA aufzuwachsen und zu erkennen, dass du deine Ziele und Träume erreichen kannst und dieser Song ist für alle Leute, die genau das wollen.

 

The-Pit.de: 7. Aurora: 

 

Brock: Der Song handelt von einer speziellen Nacht von mir und meiner Freundin in Alaska, wo die Nordlichter einfach so wunderschön sind.

 

The-Pit.de: 8. Will Pull This In By Hand: 

 

Brock: Wieder einmal geht es darum, über den harten Weg seine Ziele zu erreichen. Unsere Band ist seit 12 Jahren auf diesem harten Weg, was nicht immer so toll ist, aber am Ende bist du unheimlich stolz und glücklich darüber, dass du etwas erreicht hast.

 

The-Pit.de: 9. We Cannot Deny: 

 

Brock: Der Song handelt vom Krieg. Einer meiner besten Freunde ist jetzt seit zwei Jahren im Krieg. Ich wünsche mir einfach nur, dass er zurückkommt. Den Songtext habe ich zusammen mit Jonah Jankins von Only Living Witness geschrieben und darin verarbeitet auch er seine Gedanken über den Krieg.

 

The-Pit.de: 10. Between The Anchor And The Air: 

 

Brock: Hier geht es ebenfalls darum, durch die härtesten Zeiten seines Lebens zu gehen und immer noch weiter zu machen.

 

The-Pit.de: 11. The City Ignites: 

 

Brock: The City Ignites” ist nichts Anderes, als eine Akustik - Version von “Midnight Swim”. Wir haben das gemacht, weil wir die Band auch mal von einer anderen Seite zeigen wollten. Es hat uns unheimlich viel Spaß gemacht, zumal diese Version in anderthalb Minuten fertig war (lacht).

 

"Wir bedanken uns bei Brock Lindow und den 36 Crazyfists für das sehr interessante Interview!"

 

Foto Nr.1 by Brad Miller

Copyright der Fotos: Roadrunnerrecords.de

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