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Masterstroke: As Days Grow Darker

Zum Glück gibt es Niko am Mikro


Masterstroke: As Days Grow Darker

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Bewertung: 7.5 von 10 Punkten
Release: 15.05.2009
Genre: Prog Power Metal
Spielzeit: 43:08
Label: Dynamic Arts Records

Tracklist

1. Wait For The Fall
2. As Days Grow Darker (Tipp)
3. Walls Of My Temple
4. Unstoppable
5. Another Step Back (Tipp)
6. Purity Fades(Tipp)
7. Stillborn
8. Into Oblivion
9. Inside Myself (Tipp)
10. Old Wounds
11. Truth Revealed (Tipp)

Mit einem echten Hammeralbum haben sich Masterstroke Anfang 2008 in die Herzen vieler Metal-Fans gespielt. Nun wurde es Zeit für den Nachfolger mit dem Namen „As Days Grow Darker“. Wie man bei dem Titel schon erahnen konnte, geht es anno 2009 etwas düsterer zu. Ob es trotzdem auf dem sehr hohen Niveau des Vorgängers weitergeht, ist aber wohl die alles entscheidende Frage, denn es handelt sich hier um die dritte Scheibe der Finnen.

Kräftig und zügig startet „Wait For The Fall“ durch. Treibende Gitarrenattacken und der tolle Gesang von Niko Rauhala sorgen für erste Freude. Eine gewisse Lautstärke ist bei dieser CD aber Pflicht, denn nur, wenn wirklich jedes kleinste Detail in die Gehörgänge gepresst wird, steigt die Stimmung wirklich an. Die exzellenten Gitarren von Markus Kekoni und dem Fronter sind schon etwas Feines.

„As Days Grow Darker“ hat dann einen recht starken Nevermore-Touch. Auch wenn die Power hier deutlich reduziert wurde, so sorgt das leicht progressive Feeling, welches der Song ausstrahlt, für einen gelungenen Musikgenuss. Das gelungen emulierte Keyboardklavier sorgt für zusätzliche musikalische Klangtupfer neben den Akustikgitarren und den abwechslungsreichen Songfragmenten. Ein deutlich prägnanterer Refrain hätte das Highlight noch glänzender erscheinen lassen.

„Walls Of My Temple“ wird wieder deutlich energetischer vorangetrieben und irgendwie meint man, einen Bastard mit Evergrey und Nevermore-Genen vor sich zu haben. Obwohl ich Power Metal mag, würde ich aber meinen, dass hier zuviel Augenmerk auf die Power gelegt wurde und die gelungenen Melodien etwas vernachlässigt wurden. Hoffentlich ändert sich das im weiteren Verlauf des Albums, sonst wird es wirklich düster.

„Unstoppable“ kann nur bedingt mehr Freude erzeugen. Zum Beispiel der ruhige Part mit den unsäglichen Keyboards von Jussi Kulomaa erzeugt mehr Fragezeichen über dem Kopf als die letzte Physikstunde. Wo sind so tolle Songs wie „Sleep“, „The Circle“ oder auch „Under Our Command“? Das hier versinkt irgendwo in den unendlichen Welten des progressiv angehauchten Power Metals. Denn da gibt es schon viel zu häufig mit catchigeren Refrains. 

„Another Step Back“ zeigt die Band dann von einer besseren Seite. Fast schon ein wenig mit zu viel Gefühl beladen, hilft hier nur der raue Gesang von Niko, das Ganze vor dem Tränentod zu retten. Cool, wie da ein Cello mitmusiziert. Ein weiters kleines Highlight.
Schönerweise kann „Purity Fades“ das Niveau ebenso hochhalten. Ein gelungener Melodic Metal-Track mit klarem Versuch, es in die Power Metal-Schiene zu pressen. Das Keyboard sorgt mit einem kleinen Solopart für positive Gefühle und der präzise Bass von Marko Kolehmainen weiß zu begeistern.

„Stillborn“ zeigt dann wieder, dass es auch belangloser gehen kann. Wenn ich mir vorstelle, dass die Band keinen Niko Rauhala am Mikro hätte, das Ganze wäre sogar leicht unterdurchschnittlich, trotz der unbestrittenen musikalischen Fähigkeiten. Neben dem Gesang kann hier auch Drummer Janne Juutinen punkten. Der Nevermore-Charakter ist wieder deutlich stärker zu spüren. 

„Into Oblivion“ sorgt auch wieder mit guten Gitarrensounds für positive Stimmung, leider kann man das vom recht unspektakulären Refrain nicht gerade sagen, da hilft auch eine wirklich gute Stimme nichts. Das hat man schon zu oft in ähnlicher Form gehört. Wo ist der erfrischende „Aha“-Effekt vom Vorgänger-Album?
„Inside Myself“ wartet zu Beginn auch noch mit elektronisch verzerrten Vocals auf, bevor Niko dann endlich wieder brillieren darf. Und der Song gerät zum nächsten Anspieltipp. Abwechslungsreich, aber diesmal mit deutlich mehr Gedächtnisstimulation.

Leider offenbart dann „Old Wounds“ die Ideenlosigkeit beim Komponieren. Man schafft es nicht, einen Einstieg wie auch den Ausstieg zu kreieren und faded lieber zu Beginn ein und am Ende aus. Aber nicht nur deshalb versinkt der Song in der Unscheinbarkeit, lediglich der nette Part mit weiblicher Unterstützung weiß den Hörer aufhorchen zu lassen. Zu wenig für eine Band in einem überlaufenen Musikgenre.

Den Rausschmeißer besorgt dann „Truth Revealed“ und das dann aber entschädigender Weise wirklich gelungen. Schade, dass man diese Niveau nicht auf der ganzen Scheibe gehalten hat. Etwas ruhiger gehalten, überzeugen die Gitarren und die Rhythmussektion sowie das Goldkehlchen am Mikro.

Fazit: Nimmt man der Band den Sänger weg, wird das Ganze sehr durchschnittlich, so schafft man immerhin eine insgesamt gelungene Leistung, wenngleich man nach dem Vorgängeralbum sagen muss, dass es schon eine kleine Enttäuschung darstellt.

17.05.2009 11:08 | Alter: 3 Jahr(e)
Frank Heise

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