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Mantus: Königreich der Angst
Fortsetzung von "Requiem"
| Bewertung: | 8 von 10 Punkten |
| Release: | 15.05.2009 |
| Genre: | Gothic Rock |
| Spielzeit: | 43:05 |
| Label: | Trisol |
Tracklist
1. Königreich der Angst (Tipp)2. Dogma
3. Blaue Grenze (Tipp)
4. Wo die Einsamkeit beginnt (Tipp)
5. Sanfter Tod
6. Winter (Tipp)
7. Winter (Nachspiel)
8. Das Lied von der Elbe
9. Untergang (Remixed)
10. Bei mir (Remixed By Black Heaven)
In alten Weisheiten steckt oftmals viel Wahrheit: „Totgesagte leben länger“, so sagt der Volksmund – und behält in gewissem Sinne auch im Falle von Mantus Recht. Vier Jahre lang, seit 2005, gab es kein Studioalbum mehr, lediglich die Best Of-Chronik im Jahre 2006, das Projekt hatte sich aufgelöst. Doch 2009 geht es Schlag auf Schlag, nicht einmal vier Monate nach der Veröffentlichung des Comeback-Albums „Requiem“ veröffentlichten Mantus die EP „Königreich der Angst“.
Beim Hören dieser EP wird schnell klar, dass Mantus sich treu geblieben sind. Ein musikalischer Spagat zwischen Elektronik und harten Gitarren, der sich irgendwo zwischen Gothic Rock und Gothic Metal einpendelt, manchmal aber doch nur den Darkwave-Bereich anspricht bietet sich dem Hörer auf den acht neuen Songs der EP, die, durch zwei Remixe ergänzt, mit einer Spielzeit von über 43 Minuten so manches Full-Length-Album in den Schatten stellen. Hierbei gelingt Mastermind Martin Schindler und Sängerin Thalia wieder einmal gut, in diesem Soundgemisch überaus starke Melancholie zu transportieren.
Doch nicht alle Stücke weisen beide Merkmale des stilistischen Gemisches auf: „Blaue Grenze“ etwa präsentiert sich als nachdenklich-traurige Ballade, in der nur elektronisch generierte Streicher sowie Pianos anstelle von Gitarren zum Einsatz kommen. Auch auf Schlagwerk wird größtenteils verzichtet; ein Umstand, der an und für sich gut zu dem tiefgehenden Text passt.
Der darauf folgende Track „Wo die Einsamkeit beginnt“ stellt das Gegenteil da – hier sind, sieht man einmal vom Outro ab, absolut ruhige Passagen Mangelware, ein vorantreibendes Schlagzeug ist immer dabei. Doch auch hier liegt der Fokus auf dem vorgetragenen Text, der lediglich durch verzerrte Gitarren härter untermalt wird.
Der Titeltrack „Königreich der Angst“ vereint die Ausrichtungen der vorangegangenen Songs. So lösen sich ruhige, auf atmosphärischen Keyboards basierende Stellen mit dem Gitarrenriffing ab – welches in sich selbst auch variiert wird. Klingen die einzeln angeschlagenen Akkorde in den Strophen langsam aus, bis sie von einem Neuen abgelöst werden, treibt im Refrain eine energetische Akkordfolge den Song voran.
Mit „Königreich der Angst“ legen Mantus eine solide EP vor, die die bandeigenen Standards absolut erfüllt: Nachdenkliche Texte mit Tiefgang, untermalt von zutiefst melancholischen Klängen bietet die Band nach „Requiem“ auch auf dieser CD. Der Gesamteindruck einer Fortsetzung des vorangegangenen Albums entsteht leicht, auch unterstützt durch die Remixe von „Untergang“ und „Bei mir“. Wem bereits „Requiem“ gefiel, der ist mit „Königreich der Angst“ gut beraten, zum Einstieg ist Ersteres allerdings ergiebiger.
Eike Frommeyer


















