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Galar: Til Alle Heimsens Endar
Norwegischer Symphonic Black Metal - mehr als nur Geschredder
| Bewertung: | 7.5 von 10 Punkten |
| Release: | 01.03.2010 |
| Genre: | Symphonic Black Metal / Folk Metal |
| Spielzeit: | 42: 47 |
| Label: | Dark Essence Records / Karisma Records |
Tracklist
1. Forspill2. Ván (Tipp)
3. Paa frossen mark
4. Grámr (Tipp)
5. Det graa riket (Tipp)
6. Ingen siger vart vunnin
7. Til alle heimsens endar
8. Etterspill
Die norwegische Band Galar bringt mit „Til Alle Heimsens Endar“ (zu deutsch „Bis zum Ende aller Welten“) ihr nun zweites Album in ihrer Muttersprache heraus. Es handelt sich dabei um ein Konzeptalbum, das über die norwegischen Wikingerkönige handelt, die in der Vergangenheit über Vestfold (die Heimat von Galar) regiert haben. Als Basis dazu diente das Buch „Heimskringla“, welches wahrscheinlich von dem berühmten Autor verfasst wurde, der auch die Snorra-Edda geschrieben hat, auf die sich viele Bands beziehen. Man könnte nun vermuten, dass es sich hierbei um ein typisches Viking-Album handelt und es ist Galar wohl auch nicht ganz abzusprechen, dass sie sich auch in diesem Feld bewegen. Ihr Album klingt aber nicht so abgedroschen und typisch, wie man vermuten könnte. Vielmehr erschaffen die Norweger einen innerhalb des Viking-Trends ganz neuen epischen Klang, der sich zwischen Symphonic Black Metal und Folk Metal bewegt.
Die Musik auf „Til Alle Heimsens Endar“ bedient sich als Basis einem black-metal-lastigen Schlagzeug, auf welcher Gitarre und Bass mit klaren, epischen Melodien aufbauen. Verfeinert wird dies durch die zahlreichen klassischen Instrumente wie zum Beispiel Bratsche, Cello, Piano oder Fagott. Die Zwei-Mann-Band Galar bediente sich dazu mehrerer Gastmusiker, welche die Klassikinstrumente für sie einspielten. Gleich am Anfang bekommt man von diesen eine beeindruckende Kostprobe. Das Intro, das genauso gut aus einem Soundtrack zu einem alten Horrorstreifen stammen könnte, wirkt sehr fein und trotzdem so düster, unsicher und geheimnisvoll, dass gleich eine einnehmende Atmosphäre versprüht wird, die eigentlich nur im Klassik- oder Black-Metal-Bereich erzeugt werden kann. Das dachten sich wohl auch Galar und schufen einen nahtlosen Übergang zum nächsten Lied, das den Hörer gleich mit dazu passenden derben Black-Metal-Passagen überrennt.
Diese Vereinigungen sind des Öfteren auf dem Album zu finden, aber nicht immer sind diese beiden Stile, besonders in ihren Extremen, so gut kombinierbar, so dass die Lieder meist in einzelne Black-Metal- und Klassik/Folk-Abschnitte aufgeteilt sind. Passend zu dem Sprung von Black- zu Folk-Metal wechselt auch der Gesang von krächzenden Screams zu traditionellem, teils schon sakkralem Volksgesang, der nicht nur durch seine norwegische Sprache sehr authentisch wirkt. Neben den Gastmusikern haben Galar auch eine Gastsängerin dazu geholt, die sich in „Grámr“ ein folkiges Duett mit Clean-Sänger A. B. Lauritzen liefert und die Epik noch weiter in den Vordergrund stellt. Gerade dieses Lied ist auch ein sehr schönes Beispiel für ihren sonst eher verborgenen Hang zum Progressiven, der hier von Akustikgitarre und Streichern würdevoll ausgelebt wird.
Man erkennt schon: Dieses Album bricht keine Rekorde voller Double-Bass-Attacken und satanisch fieser Geräuschkulisse. Aber das ist auch gar nicht das Ziel. Vielmehr ist „Til Alle Heimsens Endar“ ein Album mit einer Vereinigung zwischen Black Metal und heroischem Folk Metal, die nicht nur geschickt umgesetzt ist, sondern auch einzigartig wirkt. Zusätzlich schafft es (quasi ganz beiläufig), sehr deutlich die Gemeinsamkeiten zwischen Klassik und Black Metal aufzuzeigen und das auf eine so gekonnte Weise, dass es Black-Metal-Liebhaber genauso wie Klassik-Hörer beeindrucken wird.
Und wen die Beschreibung der interessanten Klänge von Galar immer noch nicht überzeugen konnte, der sollte eins bedenken: Eine Band, die aus Norwegen kommt, Black Metal und norwegischen Folk spielt und dann auch noch auf norwegisch singt, ist ja wohl allein deswegen schon so unglaublich trve, dass jeder Black-Metaller schon aus diesem Grund einmal ein Ohr riskiert haben sollte.
Nicola Holm



















