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Faint Horizon: Der Sturm
Eine echt ambitionierte Band mit guten Ideen, die leider etwas zu berechenbar sind
| Bewertung: | 7 von 10 Punkten |
| Release: | 01.08.2010 |
| Genre: | Symphonic Metal |
| Spielzeit: | 37:24 |
| Label: | Eigenproduktion |
Tracklist
1. Libera Me (Tipp)2. Azrael
3. Mondenkind (Tipp)
4. Mitternacht
5. Die Odyssee
6. Am Weiher
7. Der Sturm
8. Meine Dunkle Seele (Tipp)
Der erste Eindruck von „Der Sturm“ ist durchweg positiv. Ein ansprechendes Cover nebst einem zumindest guten Sound ist für eine Eigenproduktion schon grundlegend recht respektabel. Faint Horizon haben aber noch mehr vorzuweisen. Der Titeltrack der Vorgänger CD namens „Sehnsucht“ wurde zum Beispiel als Soundtrack für eine WGT-Doku und für die DSA-Fantasyreihe „Leuenklinge“ verwendet. Im Gegensatz zu „Sehnsucht“ wurde das Mixing und das Mastering nicht mehr in Eigenregie, sondern im LSD Studio von Lasse Lammert, der sich bereits bei vielen Metalproduktionen einen Namen gemacht hat, durchgeführt. Der Sound ist fett, richtig fett. Die Abstimmung ist brillant gut mit einer kleinen Ausnahme: Der Gesang steht etwas zu weit im Vordergrund.
Womit wir schon beim nächsten Punkt wären. Der Sopran von Anissa Taggatz polarisiert, das steht außer Frage. Allerdings muss auch klar sein, dass die Frau technisch absolut unantastbar für die meisten von uns ist. Dass die Texte auf Deutsch gehalten sind, ist ein wagemutiges Experiment. Es funktioniert aber außerordentlich gut. Die im Fantasybereich angesiedelten Texte bereichern so die Lieder und geben ihnen einen märchenhaften Erzählcharakter. Des Weiteren gründet die Musik von Faint Horizon auf bodenständigen Instrumentalparts. Die Gitarren sind sehr rhythmusorientiert und kommen meist ohne Sologefrickel aus. Den Bogen zurück zum Gesang spannt dann das Keyboard, oft mit orchestralen Klängen, aber immer in ruhigen, langen Melodiebögen.
„Libera Me“ leitet den Rundling ein und hier wird bereits deutlich, dass sich Faint Horizon dem Symphonic Metal verschrieben haben. Obwohl bei diesem Stück, im Verhältnis zu den restlichen Liedern auf der CD, die Hauptlast auf dem Wort Metal liegt. Der Opener und das darauffolgende „Azrael“ sind zwei der härtesten Stücke auf „Der Sturm“. Mit „Mondenkind“ schlagen die Musiker dann einen etwas anderen Weg ein. Das Stück ist deutlich ruhiger und versprüht eine ganz besondere Magie. Hier leistet die Gitarre ganze Arbeit.
So wechseln sich die Lieder auf „Der Sturm“ ab. Mal schneller, mal ruhiger, aber immer auf hohem Niveau. Leider fehlen die richtigen Highlights. Im Gegenzug dazu ist aber auch kein schlechtes Stück auf diesem Silberling.
Man muss sich Zeit nehmen, um sich in „Der Sturm“ hineinzuhören. Wer sich aber eben diese nimmt, wird durch so manche Perle belohnt. Positiv fallen die meisterlich gearbeiteten, sorgfältig überarbeiteten Instrumentalparts und der ungewöhnliche Gesang auf. Der Wiedererkennungswert ist somit gesichert. Die Kehrseite von „Der Sturm“ beschreibt sich durch stellenweise zu langatmige Parts, die bei recht ungeduldigen Hörern durchaus auch zum Abschalten führen könnten. Stellenweise könnte das Album auch etwas mehr Dampf vertragen. Die CD ist für Fans von Lacuna Coil, Nightwish, Leaves Eyes und ähnliche interessant. Hörer, die auf Speed und Gerumpel stehen, sind hier definitiv falsch.
Thomas Seitz


















