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Draven: Mirror
Alternative, Progressive oder doch Nu?
| Bewertung: | 7 von 10 Punkten |
| Release: | 04.03.2011 |
| Genre: | Nu Metal |
| Spielzeit: | 38:31 |
| Label: | Fastball Music |
Tracklist
1. Perfect System (Tipp)2. Breathing
3. Bother
4. Never Be Devided
5. Breaking Down
6. Let Me Be Myself
7. Aching
8. Clean My Mind
9. Mirror
10. Nothing Comes From Nothing (Tipp)
11. Take My Eyes Out
„Mirror“, so heißt das neue Album der Schweizer Band Draven. Wobei der Begriff Band bei dieser Aussage schon etwas weit gedehnt wird. Draven bestehen aus Syn, der sich für den Gesang und die meisten Instrumente verantwortlich zeigt, und Tek The Machine, der sich um die Programmierarbeit und das Schlagzeug kümmert.
Die Musik auf „Mirror“ ist mitunter vielschichtig. Schleppende, cleane Parts wechseln sich mit heftigen Gitarren und harten Schlagzeugbeats ab, oft hat die Scheibe aber auch geradezu balladeske Züge. Das Einzige, das immer konstant ist, ist der Gesang von Syn. Die meisten Lyrics sind clean gehalten und der Frontmann glänzt durch eine lupenreine Stimme, die er stellenweise auch schon einmal kratzig werden lässt, was der Musik von Draven gut steht. In ein paar besonderen Momenten vernimmt man dann sogar richtige heftige gutturale Schreie, die fast schon an Growls erinnern. Die Vocals sind das Vielseitigste auf „Mirror“ - immer kurzweilig und innovativ. Mal wurden ein paar Schreie verpackt oder es wurde eine zweite Gesangsspur parallel zur ersten, cleanen, eingeschrien. Man sollte dem Album hinsichtlich des Gesangs auf jeden Fall ein paar Hördurchgänge zugestehen, denn die Feinheiten zeigen sich einem nicht gleich beim ersten Lauschen.
Die Instrumentalparts wirken eher unauffällig. Hier können Verbindungen zu Bands wie Sonic Syndicate oder ähnlichen gezogen werden: Ein bisschen Alternative, eine Prise Crossover und die entsprechende Dosis Metalcore sind die Hauptbestandteile der Langrille - ohne den Gesang würde die CD schätzungsweise schnell langweilig werden. Auffällig sind die vielen Synthieeffekte, die stellenweise recht aufdringlich wirken, vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen.
„Mirror“ hat einen sehr klaren, sauberen aber gerade nicht allzu sterilen Sound verpasst bekommen. Jedes Instrument ist ganz klar definierbar und sehr erfreulich ist auch, dass der Gesang weder zu laut, noch zu leise ist. Besonders erwähnenswert sind die Gitarrensounds, gerade durch die unaufdringliche Art, die der Klang der Gitarren an sich hat, kommen sie besonders zur Geltung. Den Instrumenten wurde die Freiheit eingeräumt, einfach nur nach Gitarren klingen zu dürfen, es gibt weder fiepige Höhen, noch wummernde und schwammige Bässe.
Das anfangs etwas rätselhaft anmutende Cover (es gibt weit und breit keinen Spiegel, dafür aber einen etwas befremdlich anmutenden Kranhaken) ist gleichzeitig das Deckblatt für ein vierzehnseitiges Booklet, das sehr aufwändig gestaltet wurde. Hier wurde sehr viel Wert auf Details gelegt, was die Scheibe optisch aufwertet.
Freunde des moderneren Metalsounds sollten sich „Mirror“ ruhig einmal zu Gemüte führen. Gerade die Gesangslinien sind es schon wert - Old-School- und Knüppel-Fans sind hier aber sicher falsch.
Thomas Seitz


















