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Capilla Ardiente: Solve Et Coagula

Eine chilenische Epic Doom Metal Sensation


Capilla Ardiente: Solve Et Coagula

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Bewertung: 9.5 von 10 Punkten
Release: 17.09.2010
Genre: Epic Doom Metal
Spielzeit: 24:08
Label: Eyes Like Snow

Tracklist

1. Solve (Part I: Materia Vvlgar, Part II: Disolvción) (Tipp)
2. Coagula (Part III: Phoenicopervs, Part IV: Coagvlación) (Tipp)

Aus Chile stammen Capilla Ardiente, welche mit ihrem Doom Metal die Metalwelt erfreuen wollen. Lediglich zwei Tracks befinden sich auf dieser MCD aus dem Hause Eyes Like Snow. Ist es vielleicht doch eher eine Single? Das wäre weit gefehlt, denn diese Scheibe beinhaltet stolze 24:08 Minuten Hörvergnügen. Die vorliegenden Stücke wurden schon letztes Jahr auf Vinyl veröffentlicht und haben erst ein Jahr später den Weg in die digitale Welt gefunden. Absolut unverständlich ist, dass es so lange gedauert hat.

„Solve“ eröffnet den Zweitracker. Stilecht düster im Regen mit Donnerhall erklingt die bedrückende Melodie. Dann erklingt Felipe Plazas Stimme und man könnte fast meinen, dass hier ein paar alte Candlesmass-Demos mit anderem Sänger aufgetaucht sein könnten. Aber trotz aller offensichtlichen Anleihen erklingen Capilla Ardiente doch deutlich  beklemmender und verzweifelter als die große Doom-Legende. Gekonnt wechselt man das Tempo und die Melodien. Es klingt nach sehr starkem Doom Metal mit dem gewissen, nicht überstrapaziertem, Epic-Anteil in den Genen. Es ist unglaublich aber wahr, die Spielzeit von über 13 Minuten wird bei diesem Song eigentlich gar nicht wahrgenommen; zu sehr zieht den Hörer das Klangkonstrukt in den Bann, so dass Zeit und Raum nebensächlich erscheinen.

„Coagula“ lässt zunächst den Wind rauschen und die Glocken ertönen. Das ist nichts Neues, aber sehr gut gemacht, zumal darin langsam die akustische Gitarre hochgezogen wird, um sich dann abwechselnd mit den psychotisch verwirrenden Gitarren in einen Albtraum zu verbinden - sehr stark. Dem Ganzen kommt natürlich auch der recht raue, vom Tiefton dominierte Sound zugute. Mit einer Fünf-Sterne-Produktion und der typischen Politur käme das hier Gehörte nur noch teilweise so zur Geltung. Vermutlich wäre eine von Felippe eingesungene Version von Candlemasss „Epicus Doomicus Metallicus“ sehr stark und stimmungstechnisch nah am Original.

Fazit: Wenn Träume in Erfüllung gehen, kommt die Band mit Rituals Of The Oak im Vorprogramm von Candlemass auf Deutschlandtournee und bekommt genug Spielzeit, mindestens sechs Songs zu spielen. Da dies nicht passieren wird, gibt es hier keine Kaufempfehlung, sondern einen ganz klaren Kaufbefehl! Man darf schon gespannt sein, ob die Band dieses Niveau auf dem Anfang 2011 erscheinenden Debütalbum halten kann.

06.09.2010 08:00 | Alter: 2 Jahr(e)
Frank Heise

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