Tipps der Redaktion

Soilid:
Murder Diary

7.5 von 10 Punkten


Watch Me Bleed:
Kingdom

8.5 von 10 Punkten


Unisonic:
Unisonic

8 von 10 Punkten


Nihiling:
Egophagus

9 von 10 Punkten


< Stone Sour: Audio Secrecy

Angantyr: Svig

Rauer, aber emotionaler Black Metal aus Dänemark


Bewertung: 8.5 von 10 Punkten
Release: 03.09.2010
Genre: Black Metal
Spielzeit: 48:20
Label: Northern Silence Productions

Tracklist

1. En Fjendes Død
2. Raukes Ran (Tipp)
3. Skyggespil
4. Svig (Tipp)
5. Ni Lange Nætter
6. Arngrims Armod (Tipp)

Denkt man an die Protagonisten des nordischen Black Metals, findet man darunter wenige bis gar keine dänischen Vertreter - dabei finden sich dort einige versteckte Perlen, die nicht durch ein provokantes Image, sondern durch authentische, atmosphärische Musik auf sich aufmerksam machen. Zu dieser Kategorie lässt sich auch das Angantyr genannte Ein-Mann-Projekt des Multi-Instrumentalisten und Sängers Ynleborgaz, der schon seit einiger Zeit Alben auf hohem Qualitätsstandard herausbringt, zählen.

Auch der neue Longplayer „Svig“ bildet da keine Ausnahme und bietet atmosphärisch dichten Black Metal in großer emotionaler Vielfalt, der diese jedoch ohne jegliche Experimente erreicht. Erreichen experimentierfreudige Bands des Genres wie Lantlôs oder Nocte Obducta gegen Ende ihrer Karriere ihre große Bandbreite an Gefühlen häufig durch das Einbinden neuer Stilelemente, vertraut Ynleborgaz auf die vielseitigen Melodien und durchdachten Riffs und bleibt so dem Ursprungssound des Schwarzmetalls treu, ohne dass die Musik in reines Geknüppel ausartet. Da viele der Songs an der Zehn-Minuten-Grenze kratzen und auch einige längere instrumentale Passagen besitzen, sind diese in sich geschlossen recht komplex, so dass sich die Tiefe des Werkes erst nach mehreren Hördurchgängen erschließt.

Zu Beginn des Albums löst das Kirchenorgel-Intro von „En Fjendes Død“ noch leichte Verwunderung beim Hörer aus, doch schon nach kurzer Zeit wird der ungewöhnliche Anfang durch den losbrechenden Sturm in Form von Blastbeat-Attacken und verzweifelten Screams abgelöst. Die melancholische Stimmung des Songs wird insbesondere durch die starken Gitarren-Leads erzeugt; auch dezenter Keyboard-Einsatz lässt sich im Hintergrund vernehmen. „Raukes Ran“ überzeugt anschließend durch die flüssigen Wechsel zwischen schwermütigen Passagen und gnadenloser Raserei, während „Skyggespil“ mit sehr einprägsamen Riffs daherkommt und teilweise einen leichten Pagan-Charakter vorzuweisen hat.

Der Titeltrack „Svig“ zeigt, wie gut Ynleborgaz es beherrscht, in verhältnismäßig knapper Zeit durch eine Vielfalt an Riffs ein hohes Maß an Abwechslung in einen Song zu bringen und mit Dramatik zu überzeugen, wohingegen der zehn-minütige Abschluss das Ganze noch einmal auf größerer Länge präsentiert. Ein ruhiges, bedrohliches Intro leitet den atmosphärischen Song „Arngrims Armod“ ein, bevor das einsetzende Riffing eine erhabene Stimmung schafft. Auch hier zeigt sich wieder, dass Ynleborgaz' Gesang trotz seiner Eindimensionalität genügend Ausdruck besitzt, um auf Dauer keine Monotonie in die Stücke zu bringen.

Mit „Svig“ gelingt es Angantyr auf eindrucksvolle Weise, den rauen, ungeschliffenen Ursprungssound des Genres mit perfekt durchdachten Melodiebögen und einer Fülle an Emotionen zu paaren, ohne dass das Gemisch an Authentizität verliert. Wie schon bei den vorherigen Alben erschließt sich die Tiefe der Stücke erst nach einigen Durchläufen, dann jedoch ziehen die Songs den Hörer mit ihrer dichten Atmosphäre komplett in ihren Bann. Vermutlich wird Ynleborgaz auch mit diesem Werk keine allzu große Bekanntheit in der internationalen Szene erlangen;jeder Anhänger von melodischem, rauem Black Metal findet hier aber eine wahre Perle unter den aktuellen Veröffentlichungen.

02.09.2010 08:59 | Alter: 2 Jahr(e)
Erik Voeckler

Angantyr-Infodienst

Bei neuen Artikeln, die im Zusammenhang mit Angantyr stehen, wirst du per E-Mail benachrichtigt. Du kannst die Benachrichtigung über einen Löschlink in der Mail jederzeit rückgängig machen.

E-Mail-Adresse: