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Freitag, 30. Juli 2010
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The Monolith Deathcult im Interview (Juni 0000)

Born to provoke!

Die Holländer The Monolith Deathcult haben jüngst mit "Triumvirate" ihr neustes und wohl bestes Album veröffentlicht, weswegen es absolute Pflicht war, ein Interview mit der Band zu führen!

 

The-Pit.de: Hi und Gratulation zu eurem neuen Album “Triumvirate”, ich mag es sehr. Wie sind die Reaktionen bislang?  

 

Michiel: Hallo Sascha, vielen Dank! Wir sind mit den bisherigen Reaktionen sehr glücklich und ich weiß dass es nicht gerade anständig ist das zu behaupten, aber ich bin nicht überrascht. Wir wussten, dass wir an etwas Besonderen arbeiteten. Wir wussten, dass die Reviews extrem gut oder extrem schlecht ausfallen würden. Doch alle sind extrem gut!

 

The-Pit.de: Leider kenne ich eure früheren Alben nicht sehr gut, weswegen ich von dir wissen möchte ob es herausragende Unterschiede zwischen “Triumvirate” und euren früheren Werken gibt?  

 

Michiel: Oh ja, die gibt es! Wir haben bisher 3 Alben aufgenommen. „The Apotheosis” im Jahr 2003, “The White Crematorium” 2005 und “Trivmvirate” 2008. Es gibt einen großen Unterschied zwischen “The Apotheosis” und “Triumvirate”, aber für mich war “The White Crematorium” schon so etwas wie die Blaupause für „Triumvirate“. Wenn ich das sage, meine ich aber nicht, dass wir mit „The White Crematorium“ nicht zu 100% sicher waren, aber nach „The Aoptheosis“ wurden uns die gleichen alten Brutal Death Metal Songs schnell langweilig. Es ist nicht so, dass wir einen bewussten Schritt gemacht haben unseren Stil zu ändern, aber die „modernen“ Einflüsse sind bereits bei „The White Crematorium“ eingeschlichen, so dass „Triumvirate“ The Monolith Deathcult in voller Pracht präsentiert!

 

The-Pit.de: Ich mag vor allem die symphonischen und elektronischen Einflüsse in eurer Musik, es hat etwas einzigartiges, wie ich finde. Ist es wichtig für euch, dass ihr mit eurer Musik etwas Besonderes erschafft, was bisher noch niemand anderes getan hat?  

 

Michiel: Es war nicht unser Hauptziel, aber es hat mich schon immer überrascht, dass keine andere Band zwischen das Vakuum des Industrial Wahnsinn von Strapping Young Land / Ministry / alten Fear Factory auf der einen Seite und der Death Metal Brutalität von Nile, Morbid Angel und Hate Eternal auf der anderen Seite gesprungen ist. Ich habe bereits während dem Schreibprozess von „The White Crematorium” realisiert, wie einfach es ist total verschiedene Musik Stile mit einander zu vermischen, ohne dass es künstlich klingt.

Carste wurde ja unverzüglich nach den Aufnahmen zu „The White Crematorium“ bei uns aufgenommen, wurde aber nicht mehr beim Songwriting integriert. Er hat einfach die Songs bekommen mit Instruktionen, wie er die Synthesizer spielen sollte. Bei „Triumvirate“ bekam Carsten von uns die Lizenz was auch immer zu machen, was den Sound noch mehr reizvoller macht. Es gab keine musikalischen Grenzen, wobei ich mir als Hauptkomponist natürlich die Möglichkeit zum Veto nicht nehmen ließ, wobei es aber auch nicht so weit kam. Es scheint so, als ob wir ein neues Genre im Extrem Metal geschaffen haben.

 

 

The-Pit.de: Ihr hattet in der Vergangenheit meine ich auch Problem emit der Antifa und anderen linksradikalen Gruppierungen, die euch dazu zwangen öfters politisch stellung zu nehmen. Habt ihr diese Probleme immer noch?  

 

Michiel: Welche Probleme? Wir wurden niemals boykottiert, wir sahen nie Protestanten bei unseren Konzerten, wir wurden von einer deutschen Plattenfirma unter Vertrag genommen und sogar das Rock Hard ist gewillt mit uns zu reden, hehehe. Wir hatten nie Probleme mit einer Organisation genannt Antifa. Der Kern der Anstachler war die in der Schweiz basierte drollige Organisation an Metalheads against Racism. Wie wir alle wissen, entbehren sich die Ansichten von links radikalen Gruppierungen öfters mal jeglicher Logik und Realität. Die Ideologie, die sie unterstützen ist dabei genau so böse wie die Ideologien, die sie bekämpfen. Nazi´s und „Kommunisten“ sind doch alles eh der gleiche Abschaum! Sie beide haben ihren Antisemitismus, Zensur, Hinrichtungen, Diktaturen und Todeskamps. Meiner Ansicht nach sind die radikalen Linken genau so dumm, aggressiv, undemokratisch und intolerant wie die Neonazis.

 

The-Pit.de: Unter “Kindertodeslied” habt ihr ein Statement zur Bedeutung des Songs geschrieben. Ist das ein Resultat daraus? Als ich den Song zum ersten Mal mit dem Sample „Jawohl, mein Führer“ gehört habe, ohne Wissen von dem Statement, war ich schon etwas schockiert… mit Wissen des Hinweises hat sich das dann allerdings für mich erledigt.  

 

Michiel: Ich freue mich das zu hören. Das bedeutet, wir haben einen guten Job erledigt! Neben der Tatsache, dass der Song mit diesem textlichen Thema so ein Intro haben muss, ist es zudem ein großes „Fuck you“ an alle Moral Apostel. Ich hatte eigentlich die Idee das Album mit diesem Song zu eröffnen, aber ich glaube unser Label Twilight Vertrieb wäre nicht so sehr erfreut darüber gewesen. Wir wollten auch die erste Band in der Geschichte sein, die Album des Monats in einigen Magazinen ist, dessen Album mit diesem Zitat beginnt, aber das wäre wohl zuviel gewesen, hehehe. Natürlich wissen wir, dass wieder überall die Nackenhaare hochstellen werden, manch einer wird die Augenbrauen heben und auch manche Magazine werden uns kritisch gegenüberstehen, aber daran kann man halt nichts ändern.

 

The-Pit.de: Ist es so etwas wie eine Mission oder Aufgabe von euch zu schocken und zu provozieren?  

 

Michiel: Das ist eine Sache, welche die Leute bei uns nie verstehen: Ja, wir schreiben über diese und jene Greultaten, welche von diesem oder jenem Regime verübt wurden. Aufgrund der Tatsache, dass wir diese Greultaten nicht verurteilen bedeutet dies nicht automatisch im Umkehrschluss, dass wir diese gutheißen oder sogar fördern. Wir stellen dies mit neutralen Fakten in einer Geschichte fest, wobei eine gewisse Sichtweise enthalten sein kann. Dann bewegen wir uns weiter. Wenn du ein gutes Geschichtsbuch aufschlägst, siehst du nirgends abwertende Adverbien und Adjektive wie z.B. schrecklich, unmenschlich oder grauenvoll die ganze Zeit, oder?

Unglücklicherweise gibt es einige entschieden ungesunde Organisationen da draußen (z.B. die Metalheads against Racism), die trotz ihrer zweifellos edlen Sache, auf die Barrikaden gingen um einige Menschen als Rassisten zu verurteilen. In der Art erinnert es an die Erklärung von George W.Bush aus dem Jahr 2002: Entweder bist du für uns oder gegen uns! Wenn man es nicht, ausdrücklich erklärt, dass man antirassistisch ist, aber dennoch Songs über gewisse Themen schreibt, musst du ein Rassist sein und *boom* bist du eine gebrandmarkte Band! Doch so funktioniert das nicht! Doch bis die Menschen endlich erkennen, dass es keine absolutes schwarz oder weiß zu diesen Themen gibt werden wir wohl weiterhin ein Teil der linken Achse des Bösen bleiben. So sei es. Die Leute vergessen oft, dass wir Metal spielen und einer der wichtigsten Merkmale des Metals ist, dass es Texte über ungewöhnliche Dinge wie Mord, Teufel anbeten, Christen hassen, Christen töten, Tod und Zerstörung gibt. Lass es uns mal die dunkle Seite der Menschheit nennen. Die Essenz des Heavy Metal ist das klassische Beispiel des Polarisierens. Die Metaller gegen die Mittelklasse Gesellschaft. Die Essenz des Metals scheint komplett infiziert zu sein von politisch korrekten Idealen. „Oh, das kannst du nicht sagen, das könnte eventuell jemanden angreifen“. Was zur Hölle ist das? Fast ALLE Metal Texte sind dazu bestimmt Leute anzugreifen, worüber reden wir also? Was uns letztendlich von ca. 80% aller Metalbands unterscheidet ist die Tatsache, dass wir über Ereignisse schreiben, die auch wirklich durch die Zeit hinweg geschehen oder geschahen. Ich versteh es einfach nicht, weswegen die Leute davon meisten sich beleidigen, provozieren oder schockieren lassen. Sogar meine Eltern sind nicht schockiert über das, was wir tun, aber ich bin sicher, sie wären es, wenn wir anfangen würden über 1001 Arten jemanden zu töten zu schreiben.

 

The-Pit.de: Ich war verdutzt als ich die Spielzeit von "Den ensomme Nordens Dronning” sah. Fast 13 Minuten, bist du noch normal? Oder hast du zuviel Incantation gehört, hehehe? Wie lange hast du gebraucht diesen Song zu schreiben?  

 

Michiel: Nun, ich muss dir sagen, dass ich nie eine einzige Note von Incantation gehört habe, so dass ich befürchte, dir diese nicht beantworten zu können, hehehe. Die Entstehung von „Den Ensomme Nordens Dronning“ war sehr einfach. Dieses Lied ist mein Riff Ladeplatz. Es besteht aus allen Teilen, die ich nicht bei den anderen Titeln am Ende des Songwritingprozesses für „Triumvirate“ unterbringen konnte. Ich hatte am Schluss noch eine riesige Datenbank an übrigen Riffs so begann ich damit zu puzzeln. Robin und ich beschlossen bereits vor langer Zeit einen Song über ein U-Boot zu schreiben, aber nicht das klischeehafte U-Boot Konzept, wie es bereits von tausenden anderen Bands kam. Wir schrieben ein lyrisches Konzept über das russische U-Boot K-141 Kursk, aber dann kam Robin mit dem Titel „Den Ensomme Dronning Nordens“. „Den Ensomme Nordens Dronning“ ist norwegisch für ‘Die einsame Königin des Nordens’ und war das Alias des deutsche Schlatschiffs „Tirpitz“. Sie feuerte nie einen einzigen Schuss gegen ein feindliches Schiff, sondern verbrachte fast den gesamten Krieg in verschiedenen Stützpunkten in Norwegen. Wegen ihrer Rolle und der Basis der Operation wurde sie eben von den Norwegern auch „Den ensomme Nordens Dronning“ genannt. Der Song handelt eigentlich gar nicht von der Tirpitz sondern wie gesagt von der K-141 Kursk, aber es ist ein cooler Titel und wirkt massiver als lediglich „Kursk“.

 

The-Pit.de: Was können wir als nächstes von euch erwarten?  

 

Michiel: Wir hoffen, dass wir eine Menge Konzerte in Deutschland spielen werden. Wir haben usn auch schon die ersten Gedanken zum nächsten Album gemacht. Zudem haben wir in unserem Shop noch einiges an coolem neuen Merchandise:

www.monolith-deathcult.com/shop/index.html

 

Wir bedanken uns für dieses sehr ausführliche Interview!

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